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Westantarktis war vor Millionen von Jahren zeitweise eisfrei

Donnerstag 19. März 2009 von birdfish



Andrill Bohrturm

Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) berichtet über die neue Erkenntnis, dass die Eiskappe der Westantarktis vor drei bis fünf Millionen Jahren offenbar wiederholt vollständig abgeschmolzen ist. Wie die Fachzeitschrift nature in ihrer neuesten Ausgabe (Vol. 458) berichtet, sind diese regelmäßigen Abschmelzphasen durch die Veränderungen der Neigung der Erdachse in Zeiten erhöhter CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre ausgelöst worden. Dies ergab die Analyse eines Sedimentkerns, der 2006 im Rahmen des internationalen Bohrprojekts ANDRILL (ANtarctic geological DRILLing) mit deutscher Beteiligung unter dem antarktischen Ross-Schelfeis gebohrt wurde.

Die für die heutige Zeit interessanteste Information ist die, dass sich das Eis zurückgezogen hat, wenn die Temperaturen auf der Erde um etwa drei Grad Celsius wärmer waren.  „Bei der zu erwartenden Erwärmung der Erde um bis zu drei Grad Celsius bis zum Ende dieses Jahrhunderts müssen wir die Ergebnisse aus der Antarktis als Warnung werten, dass sich die Eiskappe in der Westantarktis mit den vorgelagerten Schelfeisen  in den folgenden Jahrhunderten instabil verhalten könnte“, so Niessen vom AWI.

Hier die vollständige Pressemeldung vom AWI.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Foto: Der ANDRILL Bohrturm ist durch eine Zeltplane geschützt.
Fotograf: Gerhard Kuhn, Alfred-Wegener-Institut

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