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Türkei in der Kritik

Freitag 20. März 2009 von birdfish



Wasserfall in Türkei(C) Ilse Dunkel / Pixelio

Während das Bundesumweltministerium in seiner Pressemeldung die Errungenschaften des zur Zeit in Istanbul stattfindenden Welt-Wasser-Forums rühmt, sind andere der Meinung, dass sich die Türkei in Sachen Wassermanagement alles andere als mit Ruhm bekleckert.

Katastrophales Wassermanagement

Der WWF konstatiert in einer Presseerklärung:

Der Grundwasserspiegel ist in den vergangenen drei Jahrzehnten um über 14 Meter gesunken. Zusätzlich verschärft sich die Lage durch einen beständigen Rückgang der Niederschläge (bis zu 43 Prozent weniger). Trotzdem werden immer größere Flächen für die Landwirtschaft künstlich bewässert und in den Urlaubsregionen sollen über 100 neue Golfplätze entstehen. Allein eine dieser Anlage hat den jährlichen Wasserbedarf einer Kleinstadt. Als Folge mussten 2007 Istanbul, Ankara und Izmir im Sommer tageweise das Wasser abstellen. Doch auch Deutschland ist betroffen: Rund zehn Prozent des jährlichen Bedarfs an landwirtschaftlichen Gütern wird aus der Türkei importiert, darunter 158.162 t Schalen- und Trockenfrüchte, 113.488 t Gemüseprodukte und 54.223 t Obst. „Unsere Nachfrage befeuert damit zumindest indirekt den unverantwortlichen Wasserraubbau und wir wären direkt betroffen, wenn Dürren die türkischen Ernten vernichtet“, warnt die WWF-Expertin für die Mittelmeerregion, Dorothea August.

Intolerantes Vorgehen gegen Staudamm-Kritiker

Zur Kompensation des türkischen Wasserraubbaus sollen denn Staudämme errichtet werden, die Dörfer und Kulturgüter einfach auslöschen. Ein Beispiel hierfür der Ilisu-Staudamm.

Dass der Türkei das verfehlte Wassermanagement unangenehm ist, lässt sich daran ermessen, wie mit Kritikern umgegagen wird. So wurden zahlreiche Demonstranten am Rande des Welt-Wasser-Forums festgenommen, eingeschüchtert und ausgewiesen, wie z.B. dieser Artikel aus der taz berichtet. Hierin berichtet auch eine deutsche Demonstrantin, wie dort mit ihr umgegangen wurde.

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