KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Zum internationalen Tag des Waldes verschiedene Meldungen

Samstag 21. März 2009 von birdfish



Wälder im Sauerland
(c) siepmannH / Pixelio

Der alljährliche Tag des Waldes (Samstag, 21. März) ist kein Feiertag, wie die Rahmendaten zum Wald unmissverständlich darlegen.

Der WWF ruft daher wiederholt Politik, Wirtschaft und Verbraucher zu mehr Anstrengungen zum Schutz der Wälder auf. Wenn die Abholzung der Wälder nicht schnellstmöglich gestoppt wird, wird es nach Auffassung des WWF schon bald zu irreversiblen Schädigungen in der globalen Waldstruktur kommen, durch die die grundlegenden Funktionen der Wälder als Lebensraum und Klimastabilisator zunichte gemacht werden. Hauptursachen der Waldzerstörung sind legale und illegale Rodungen zur Landumwandlung, durch Menschen verursachte Waldbrände und durch den Klimawandel hervorgerufene Austrocknungen.

„Wir stehen nicht nur aus moralischen, sondern auch aus ganz praktischen Gründen in der Pflicht, den globalen Raubbau an den Wäldern zu stoppen“, so WWF Waldreferentin Nina Griesshammer. „Mit der Zerstörung der Wälder forcieren wir das Artensterben und den Klimawandel. Dadurch rotten wir nicht nur unzählige Tier – und Pflanzenarten aus, sondern provozieren Umweltkatastrophen und wirtschaftliche Schäden nicht gekannten Ausmaßes“.

Die Forderungen des WWF im Einzelnen:

  • Die Politik muss aus Sicht des WWF auf nationaler und internationaler Ebene straffere Rahmenbedingungen zum Schutz der Wälder setzen: Zum einen etwa durch ein europäisches Urwaldschutzgesetz, das den Import und Handel mit Holz aus illegalen Quellen bestrafen soll. Zum anderen durch die Einführung eines von den Industriestaaten gestützten Finanzierungssystems, das die meist ärmeren Länder mit großen Waldflächen bei der Erhaltung ihrer Wälder unterstützt.
  • Die Wirtschaft muss ihre Produktion zum Schutz der Wälder nach den Kriterien einer verantwortungsvollen Waldwirtschaft ausrichten und Nachhaltigkeitsstandards einhalten, gemäß dem System des Forest Stewardship Council (FSC).
  • Die Verbraucher können durch den Kauf nachhaltig produzierter Produkte zum Beispiel mit FSC-Siegel einen Beitrag zum Walderhalt zu leisten, und Druck auf Politik und Wirtschaft auszuüben.

Quelle: Pressemeldung des WWF zum Tag des Waldes


Baumhöhlen müssen erhalten bleiben
Schwarzspecht
(c) Deutsche Wildtier Stiftung / T. Martin

Die Deutsche Wildtier Stiftung macht anlässlich des Tags des Waldes darauf aufmerksam, dass Wälder auch Lebensräume für über 6.500 unterschiedliche Tierarten in Deutschland sind. „Über 60 Arten profitieren dabei allein von den geräumigen Baumhöhlen, die der Schwarzspecht zimmert“, erklärt der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung, Hilmar Freiherr von Münchhausen. „Seine Höhlen sind bei Schellenten, Siebenschläfern und vielen Arten, die auf der Roten Liste stehen, begehrt.“

Doch Höhlenbäume werden bei der täglichen Waldarbeit oft übersehen und gefällt, obwohl sie rechtlich geschützt sind.

„Die Spechte hämmern unermüdlich für die Artenvielfalt. Dabei dürfen wir sie nicht allein lassen und unseren Teil an Verantwortung tragen“, forderte die Deutsche Wildtier Stiftung mit Blick auf 25 % geschädigte Waldfläche in Deutschland.

Hier die komplette Pressemeldung der Stiftung.


Das Umweltministerium zum Tag des Waldes

Auch Umweltminister Gabriel ruft zum Schutz des Waldes auf, betont die Bedeutung der Wälder und konstatiert, dass 13 Millionen Hektar Wald jährlich vernichtet werden.

“Deutschland wird sich im internationalen Klimaschutz dafür einsetzen, dass Maßnahmen, die Treibhausgas-Emissionen aus Entwaldung verhindern, zukünftig berücksichtigt werden”, so der Bundesumweltminister. Im Dezember 2009 soll in Kopenhagen ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll vereinbart werden.

Der Bundesumweltminister erinnert auch an die Zusage Deutschlands auf der UN-Naturschutzkonferenz vom Mai 2008 in Bonn, für den internationalen Schutz von Wäldern und anderen gefährdeten Ökosystemen in den Jahren 2009 bis 2012 insgesamt 500 Millionen Euro und ab 2013 jährlich 500 Millionen Euro bereitzustellen.

Zur Pressemeldung des Umweltministeriums


Bundesamt für Naturschutz zur Neufassung des Bundeswaldgesetzes

Das Bundesamt für Naturschutz legt ebenfalls die besondere Bedeutung des Waldes für Ökosystem, Flora und Fauna dar. Auch weitere Schutzfunktionen, wie den Erosions- oder Lawinenschutz und die Funktion des Waldes als Erholungs- und Erlebnisraum des Menschen werden genannt.

Dem gegenüber steht die wirtschaftliche Nutzung der deutschen Wälder.

Gleichzeitig sind die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz und die damit verbundene Substitution anderer Ressourcen sowie die Bereitstellung von Arbeitsplätzen schwerpunktmäßig im ländlichen Raum von großer Bedeutung. “Es ist daher unstrittig, dass auch zukünftig der ganz überwiegende Anteil der Waldfläche in Deutschland bewirtschaftet werden soll, aber dies muss nachhaltig und naturschutzgerecht geschehen. Diese Aspekte müssen sich nun auch deutlich in der vorgesehenen Neufassung des Bundeswaldgesetzes widerspiegeln”, fordert Prof. Dr. Beate Jessel. “Jedoch können einige ökologische Funktionen selbst von naturnah bewirtschafteten Wäldern nicht ausreichend erbracht werden. Aus diesem Grund muss auf einem geringen Teil der Waldfläche eine natürliche Entwicklung zugelassen werden. Deutschland hat hier insbesondere für die Buchenwälder eine nationale und globale Verantwortung”, sagte die BfN-Präsidentin.

Die Meldung des Bundesamtes lesen Sie hier.

Schlagworte:
, , , , , ,

Verwandte Artikel

Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 21. März 2009. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentar schreiben