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Experiment Meeresdüngung ist weitestgehend gescheitert

Montag 23. März 2009 von birdfish



Wochenlang war die Maßnahme umstritten, dann stach die “Polarstern” in See, um das Geo-Engineering-Projekt der Eisendüngung zu starten.

Die Polarstern
(c) Alfred-Wegener-Institut

Unter Eisendüngung versteht man die Geo-Engineering-Maßnahme, durch gezielte Düngung des Oberflächenwassers von Ozeanen das Algenwachstum zu fördern.

Man war der Meinung , dass man mit dieser Maßnahme den CO2-Gehalt der Atmosphäre mit Photosynthese durch Kleinalgen senken könnte. Nebeneffekt sollte sein, dass die Kleinalgen (Phytoplankton) dann nach Absterben auf den Grund des Ozeans absinken und das CO2 mit sich nehmen.

Dies erwies sich allerdings als Irrtum, da man die Rechnung ohne die Artenwelt gemacht hatte.

Die Zugabe von Eisen regte zwar das Wachstum der Algen an und verdoppelten ihre Biomasse innerhalb von zwei Wochen, indem sie CO2 aus dem Wasser nutzten. Dann allerdings verhinderten Ruderfußkrebse ein weiteres Anwachsen der Algenblüte, da sie die Kleinalgen fraßen und dadurch eine größere Blüte verhinderten.

Ruderfußkrebse
(c) G. Mazzochi, SZN / Alfred-Wegener-Institut

Bis zum Ende des Experiments sank wegen des hohen Fraßdrucks nur eine geringe Menge an Kohlenstoff zum Meeresboden ab und es wurde nur wenig CO2 aus der Atmosphäre im Ozean aufgenommen. Letztlich profitierten von dem Projekt Heerscharen von garneelenähnlichen Flohkrebsen, die sich über die wohlgenährten Ruderfußkrebse hermachten.

Mehr Informationen zum Experiment finden Sie auf dieser Website des Alfred-Wegener-Instituts.

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