KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Regenbogenfarbene Kondensstreifen: Auswirkung auf Klima noch unklar

Donnerstag 2. April 2009 von birdfish



Kondensstreifen können nicht nur aus den Abgasen der Triebwerke, sondern unter bestimmten Bedingungen auch über den Tragflächen von Flugzeugen entstehen, stellt Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) jetzt fest.

Regenbogenfarbene Kondensstreifen
(c) Jeff Well / DLR

Vereinfacht beschreiben die Forscher die Entstehung der aerodynamischen Kondenswolken so: In der gleichförmigen Strömung über den Tragflächen entstehen kleinste Eispartikel in einer einheitlichen Größe, die, wenn ausreichend Wasserdampf in der Atmosphäre vorhanden ist, zunächst gleichförmig weiter wachsen. Dieses gleichmäßige Anwachsen ist auch der Grund für die Regenbogenfarben des Kondensstreifens: Gleich hinter dem Flugzeug sind die Eispartikel noch relativ klein und reflektieren vor allem blaues Licht, je größer die Eispartikel werden – je weiter sie vom Flugzeug entfernt sind – desto langwelliger ist das Licht, das sie reflektieren. Die Farbe der Kondenswolke verändert sich daher von blau über grün und gelb bis rot. Nach etwa 175 Metern erscheint der Kondensstreifen weiß, weil die Eispartikel nach und nach in die Turbulenzen der Wirbelschleppen hinter dem Flugzeug geraten. Dort wachsen die Eispartikel nicht mehr gleichförmig, sie reflektieren aufgrund ihrer unterschiedlichen Größen das Licht diffus in allen Wellenlängen und erscheinen damit weiß.

Alle durch hochfliegende Flugzeuge verursachten Kondensstreifen sind Eiswolken, so genannte Zirren. Sie erhöhen den Wolkenbedeckungsgrad, verändern die natürliche Zirrusbewölkung und haben damit einen Einfluss auf das Klima. Aerodynamische Kondensstreifen tragen zur Klimawirkung des Luftverkehrs bei, wurden bisher aber noch nicht erforscht. “Diese Art der Kondensstreifen gab es zwar schon immer, jetzt muss mit Hilfe von Klimamodellen abgeschätzt werden, wie groß ihr Effekt tatsächlich ist”, sagt Prof. Bernd Kärcher. Ziel der Forscher ist es, aerodynamische Kondensstreifen in ein Klimamodell, das die globale Klimawirkung des Luftverkehrs bestimmt, zu integrieren.

Die komplette Meldung der DLR.

Schlagworte:
, , ,

Verwandte Artikel

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 2. April 2009. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentar schreiben