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Logistik-Lösung im Regionalverbund soll Kosten und CO2 einsparen

Donnerstag 16. April 2009 von birdfish



Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) will mittels Web-Anwendung die Transportbedürfnisse von Unternehmen einer Region clustern.

Güterzug
(c) Digi-Train / Pixelio

Daraus können Transportkonzepte entwickelt werden, die sowohl Kosten als auch CO2 einsparen. Derzeit werden die Transporte im eigenen Unternehmen durch verschiedene Transport Management Systeme (TMS) optimiert. Jedoch hat kaum ein Unternehmen gleiches Aufkommen in beide Richtungen, so genannte paarige Verkehre. Die beauftragten Spediteure suchen extern nach geeigneten Frachten, um die Lkw optimal auszulasten und damit wirtschaftlich zu agieren. Häufig ist nicht klar, ob dabei die beste Lösung gefunden wird und inwiefern Optimierungspotential bei der Berücksichtigung von Transporten anderer Firmen besteht.

Auf der CO2-freundlichen Schiene ergibt sich ein ähnliches Problem. Erfahrungsgemäß haben die meisten Firmen nicht genügend Aufkommen für einen eigenen wöchentlichen Ganzzug von ca. 25 Ladungen (z. B. Sattelanhängern). Saisonale Schwankungen führen dazu, dass auch Firmen mit hohem Aufkommen einen Zug nicht ganzjährig auslasten können. Wenn mehrere Firmen aus der Region z. B. an zwei Tagen der Woche gemeinsam ein regelmäßiges Aufkommen nach Stuttgart haben, kann in Kooperation ein eigener Ganzzug aufgebaut werden und damit Einsparpotenziale bei Kosten und CO2 realisiert werden.

Aber wo fängt eine Firma an, Kooperationspartner zu suchen? Und gibt es vielleicht schon geeignete Verbindungen?

Im Fraunhofer IML wird derzeit ein neuer Ansatz auf Basis einer Web-Anwendung zur Lösung dieser Problematik erforscht. Die Grundphilosophie ist die gemeinsame Auswertung der Daten von räumlich nahen Firmen durch ein neutrales System. Dieses soll Möglichkeiten zur Kosten- und CO2-Reduktion aufzeigen.
Auf Grundlage von Daten der Firmen einer Region können unter Berücksichtigung des Datenschutzes Schlussfolgerungen für zukünftige Kooperationen und die Nutzungsmöglichkeit des Kombinierten Straße-Schiene-Verkehrs gezogen werden. Der mathematische Ansatz besteht darin, dass die Transporte in der untersuchten Region ihren fixen Quell- oder Zielpunkt haben.

Steigende Transportkosten und die aktuelle Diskussion über den Handel mit CO2-Zertifikaten führen zu einem verstärkten Leistungsdruck und Umdenken innerhalb der Transportprozesse. Durch Konsolidierung von Transporten von verschiedenen Firmen sind dabei erhebliche Einsparpotenziale bezüglich Kosten und CO2 realisierbar. Zur Ermittlung der Potenziale kann der neue Ansatz auf Web-Basis beitragen.

Aufgrund der Web-Anwendung wird die Gesamtoptimierung über alle teilnehmenden Firmen ermöglicht. Gleichzeitig werden viele verschiedene Firmen erreicht, die von dem Einsatz des Systems profitieren.

Der Ansatz kombiniert die neuesten Techniken mit der umfassenden Datenbasis des Fraunhofer IML zur Transportoptimierung und zu intermodalen Konzepten. Dadurch liefert er eine realistische Auswertung zu den Einsparpotentialen durch Kooperation mit anderen und zu den individuellen Möglichkeiten der Nutzung alternativer Transportmittel.

Die detaillierte Meldung des Fraunhofer Instituts lesen Sie hier.

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