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Bienen sollen bedrohte Gorilla-Art
und Regenwald in Kamerun schützen

Mittwoch 22. April 2009 von birdfish



Um eine der letzten Populationen der stark bedrohten Cross-River-Gorillas zu retten, haben Pro Wildlife und die Wildlife Conservation Society in Kamerun ein Schutzprojekt ins Leben gerufen.

Imkerei als Regenwaldschutz(c) Wildlife Conservation Society

Ihr Ansatz: Einheimische sollen zu Imkern ausgebildet werden, damit sie nicht mehr im Gorilla-Schutzgebiet Wildbienenstöcke ernten und dafür Bäume abholzen.

Cross-River-Gorillas (Gorilla gorilla diehli) sind akut vom Aussterben bedroht. In Kamerun leben nur noch etwa 150, in ganz Afrika weniger als 300 Tiere. Ihre Heimat ist das Grenzgebiet zwischen Kamerun und Nigeria – eine Gegend, in der die Menschen kaum Möglichkeiten haben, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Deshalb dringen sie immer weiter in die Rückzugsgebiete der Gorillas vor: Sie fällen Bäume, um den begehrten Honig wilder Bienen zu ernten. Damit vertreiben sie die scheuen Gorillas – ihnen droht der Tod. „Geht ihr Lebensraum weiter verloren, wird es schon in wenigen Jahren keine Cross-River-Gorillas mehr geben“, sagt Dr. Sandra Altherr, Projektleiterin Affenschutz bei Pro Wildlife.

Erst im April 2008 wurde eines der letzten Zufluchtsgebiete unter Schutz gestellt, das Kagwene-Gorilla-Schutzgebiet. Dort lebt eine Population von knapp 20 Cross-River-Gorillas. Neun Dörfer umgeben das Schutzgebiet. Deren Bewohner halten bislang an alten Gewohnheiten fest, ernten Honig, in dem sie Bäume abholzen. Bereits jetzt besteht nur noch die Hälfte des 20 Quadratkilometer großen Schutzgebietes aus Wald.

Mit dem Bienenprojekt soll der Gorillaschutz nicht länger nur auf dem Papier bestehen. „Unser Ziel ist es, dass die Einheimischen eine umweltfreundliche Existenzgrundlage erhalten und im Gegenzug dafür den Regenwald schonen“, so Altherr.

Das Ziel: Honig gewinnen, ohne den Wald zu zerstören

In sieben Dörfern rund um das Schutzgebiet stellt Pro Wildlife den Dorfgemeinschaften Bienenstöcke, Schutzkleidung und Ausrüstung zur Verfügung. Dazu schulen Imker aus der Region die Menschen darin, ihre Bienenvölker zu schützen, den Honig zu ernten und ihn dauerhaft zu vermarkten. „Die Dorfältesten der Gemeinden rund um das Gorilla-Schutzgebiet konnten bereits überzeugt werden. Wir hoffen, dass die Dorfbewohner erkennen, welche wirtschaftlichen Vorteile ein intakter Wald für sie bringt, und so ihr Interesse wächst, diesen Wald zu schützen“, sagt Altherr. Um die Wilderei zu verringern, sollen besonders Jäger in das Bienenzuchtprojekt eingebunden werden.

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