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Bundesbürger wollen Energiewende: Schluss mit schmutzigem Teuerstrom

Donnerstag 23. April 2009 von birdfish



Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger halten das Klimaschutzengagement von RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW für unzureichend und die aktuellen Strompreise der Konzerne für überzogen.

AKWs auch im Ausland unerwünscht
(c) Daniel Bleyenberg / Pixelio

Das ergab eine repräsentative Umfrage von TNS-Emnid im Auftrag von Greenpeace. Danach bemängeln 85 Prozent aller Befragten die Strompreise großer Anbieter als zu hoch, 69 Prozent halten deren Investitionen in Erneuerbare Energien für nicht ausreichend. 77 Prozent der Befragten lehnen eine Beteiligung der großen Stromkonzerne an osteuropäischen Atomkraftwerken ab.

“Die Deutschen haben es satt, überzogene Strompreise für dreckigen Strom aus Atom- und Kohlekraftwerken zu zahlen”, beurteilt Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace, die Ergebnisse der Umfrage. “RWE, E.ON & Co. werden ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in keiner Weise gerecht. Die Bundesbürger wollen mehr Investitionen in Erneuerbare Energien, keine waghalsigen Atomkraftprojekte und faire Preise.”

Atomkraft ist für die Bundesbürger keine Alternative zum Ausbau der Erneuerbaren Energien. Deutliche 77 Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine Beteiligung großer Stromkonzerne an osteuropäischen Atomkraftwerken aus. Aktuell plant gerade RWE ein neues Kraftwerk im bulgarischen Erdbebengebiet in Belene. Eine Greenpeace-Studie hatte gerade erst gezeigt, dass die Energieversorger zukünftig vor allem in den Bereichen Kohle- und Atomstrom wachsen wollen. Im Jahr 2007 hatte RWE nur 0,8 Prozent seiner Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien ohne alte und längst abgeschriebene Wasserkraftanlagen gedeckt. Auch zukünftig (2008 bis 2012) plant RWE nicht mehr als 15 Prozent seiner Gesamtinvestitionen in Erneuerbare Energien zu lenken.

“Die gigantischen PR-Kampagnen der Stromkonzerne haben ihre Wirkung verfehlt. Die Politik muss endlich gegen die Vormacht der vier Konzerne einschreiten und die Ziele beim Klimaschutz und Wettbewerb auf den Energiemärkten durchsetzen. Dafür muss eine unabhängige Netz-AG gegründet und das Erzeugungsmonopol der beiden Mächtigsten RWE und E.ON begrenzt werden”, fordert Andree Böhling.

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2 Kommentare über “Bundesbürger wollen Energiewende: Schluss mit schmutzigem Teuerstrom”

  1. Flodur schrieb:

    Was bringen solche Umfragen? Wenn den Befragten kein reiner Wein eingeschenkt wird (ohne Kohle und Kernenergie wären die Stromkosten deutlich teuerer als heute), werden sie natürlich sagen, ich will kein Kohlekraftwerk, ich will kein Atomkraftwerk.

    Fakt ist aber, dass noch für lange Zeit Kohle und Kernenergie für eine sichere und wirtschaftliche Energieversorgung unverzichtbar sind. Und neue Kohle haben nun mal einen höheren Wirkungsgrad, sprich benötigen weniger Kohle als alte Kraftwerke.

    Das gleiche gilt bei der Kernenergie: Warum leistet es sich ein Land, das in dieser Technik und in der dazugehörigen Sicherheitstechnik einmal führend in der Welt war, dass das Wissen verloren geht?

  2. Charlie schrieb:

    Das Kostenargument ist keines. Erneuerbare Energien werden stetig preiswerter als Energie aus herkömmlichen Quellen. Zudem sind wir vom Öl und steigenden Ölpreisen abhängig. Warum sollten wir diese Abhängigkeit beibehalten wollen?

    Bei den meisten erneuerbaren Energiequellen gehen die Kosten zurück, in einigen
    Fällen sogar recht drastisch. So sollen die Kosten der Stromerzeugung mittels Fotovoltaik
    bis 2020 um 50 % fallen. Die weitere Förderung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen
    wird voraussichtlich zu einem anhaltenden Preisrückgang führen.

    Alles weist darauf hin, dass den Erneuerbaren Energien die Zukunft gehört. Schon heute ist in Deutschland ein Wachstumsschub für die High-Tech-Industrien spürbar. Hierdurch entstehen neue Arbeitsplätze. Deutschland soll technologischer Spitzenreiter in einer Zukunftstechnologie sein und nicht in einer, die überall aus guten Gründen zurückgeht.

    Selbst in den USA hat man festgestellt, dass das CO2 schnellstens reduziert werden muss. Kohlekraftwerke erfüllen dies nicht. Und mit der CO2-Speicherung holt man sich gleich das nächste Problem ins Haus, das der sicheren Entsorgung. Das hat bei den AKWs schon nicht funktioniert.

    Dass Atomkraftwerke keine Option sind, hat auch unsere Bundesregierung endlich erkannt. Unser Bundesumweltminister äußerte sich dieser Tage dazu wie folgt: “Weltweit gibt es noch immer kein genehmigtes Endlager für hochradioaktiven Atommüll, wie er beim Betrieb von Atomkraftwerken unweigerlich anfällt. Deshalb wäre es verantwortungslos, die deutschen AKWs über den im Atomgesetz vorgesehen Zeitraum hinaus laufen zu lassen”

    Und es gibt eine neue Umfrage.
    Ergebnis:

    “zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen wollen den beschlossenen Atomausstieg beibehalten oder sogar beschleunigen. Dies ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesumweltministeriums in einer repräsentativen Umfrage zur Sicherheit von Atomkraftwerken und zum Ausstieg aus der Atomkraft. Dies ist eine deutliche Zunahme gegenüber 2006.”

    Eins ist klar und wurde von großen Energiekonzernen auch zugegeben: Das unflexible System der Atomkraftwerke verträgt sich nicht mit Erneuerbaren Energien. Da die Atomlobby aber profitieren will, werden die Erneuerbaren Energien ausgebremst. Das hat u.a. zur Folge, dass die Zukunftstechnologie noch nicht so preiswert sein kann, wie sie zu diesem Zeitpunkt bereits sein könnte.

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