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Norwegen trotzt allen Warnungen und macht sich an die Ausbeutung der sensiblen Arktis

Dienstag 12. Mai 2009 von birdfish



Vor wenigen Tagen ist erst die Arktiskonferenz in Tromsø zu Ende gegangen. Die Anrainerstaaten betonten, sich bei den UN-Klimaschutzverhandlungen in Kopenhagen im Dezember aktiv zu beteiligen.

Eisbär(c) Tina / Pixelio

Allerdings stellten sie ebenso klar, dass sie nicht daran denken, auf die Öl- und Gasreserven in der Region zu verzichten. Dieses widersprüchliche Verhalten verdeutlichte Greenpeace bereits in der Pressemitteilung zur Konferenz-Nachlese.

Klar war schon zur Arktis-Konferenz, dass die Anrainer – während auf der Konferenz noch Sonntagsreden gehalten wurden – schon in den Startlöchern standen. Solange die Arktis in dickes Packeis gehüllt war, war sie geschützt. Doch seit mehr und mehr Gebiete eisfrei werden, wächst der Drang der Anrainer, sich der lukrativen Ressourcen zu bemächtigen. Schließlich sollen nach Schätzungen des Geologischen Dienstes der USA rund 15 Prozent aller noch nicht erschlossenen Erdölvorkommen der Welt dort lagern.

Nun geht offenbar alles schneller als man dachte. Die taz schreibt:

Die norwegische Regierung hat den Startschuss zur Ölförderung in der Barentssee westlich des Nordkaps gegeben. Wie die Regierung am Freitag bekannt gab, erteilte sie dem italienischen Ölkonzern ENI und der norwegischen Statoil die Erlaubnis zur Aufnahme dieser Ölförderung. Gleichzeitig kündigte Norwegen die Freigabe der Ölsuche im Gebiet der zwischen Grönland und Norwegen liegenden Arktisinsel Jan Mayen an. Wo Arktisanrainer wie Russland, Kanada und die USA noch mit Offshore-Ölaktivitäten in der empfindlichen arktischen Umwelt zögern, prescht damit ausgerechnet Norwegen unter einer rot-rot-grünen Regierung vor. Übergangen wurden damit die Bedenken von Umweltschützern, Fischern und Meeresforschungsinstituten.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat bereits vor einigen Jahren vor der Gefahr einer Ölpest für Ureinwohner aus der Arktis gewarnt. Mehreren zehntausend Saami, Nenzen und Chanten drohe die Zerstörung ihres Lebensraumes, wenn Norwegen wie geplant alle seine Gebiete in der Barentssee für die Ölförderung freigibt. Für viele der rund 40.000 Sami in Nordnorwegen sowie die 9.000 Nenets- und Khanty-Ureinwohner im Norden Russlands sei der Fischfang eine wichtige Lebensgrundlage. Sollten Öltanker verunglücken oder sich bei der Ölförderung Unfälle ereignen, so würde nicht nur der Fischreichtum der Barentssee gefährdet, sondern auch ein Teil der Lebensgrundlage der indigenen Völker in der Arktis zerstört. Die Barentssee sei die Kinderstube für zahlreiche Fischarten.

Zwar plane Norwegen strenge Umweltauflagen bei der Ölförderung, aber alle Erfahrung zeige, dass eine Ölpest vorprogrammiert sei. So hätten sich trotz massiver Umweltauflagen von 1990 bis 2006 allein rund 2.500 Unfälle bei der Ölförderung vor der norwegischen Küste ereignet.

Hier der komplette Artikel zu den aktuellen Ereignissen in der taz.

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