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Heizen mit Schilf ist Rohstoff-Alternative – CO2-Speicher Moor reaktivieren

Samstag 16. Mai 2009 von birdfish



Im Nordosten Deutschlands existieren ausgedehnte Niedermoorflächen, die zu über 95 Prozent entwässert sind.

Biomasse Schilf
Schilfernte in Neukalen
(c) Dr. Wendelin Wichtmann

Somit wird die Torfmineralisation gefördert und große Mengen des Klimagases CO2 werden freigesetzt.

Rund 30 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen der deutschen Landwirtschaft bzw. 4 Prozent der Gesamt-Treibhausgas-Emissionen Deutschlands werden durch die Entwässerung und landwirtschaftliche Nutzung von Moorflächen verursacht.

Das Projekt “ENIM – Energiebiomasse aus Niedermooren” erforscht die Möglichkeit einer Nutzung von Mooren nach Wiedervernässung. Die als Paludikultur [palus (lat.): Sumpf] bezeichnete nasse, standortgerechte Bewirtschaftung vereinbart Moor- sowie Klimaschutz mit einer landwirtschaftlichen Wertschöpfung.

Das jetzt abgeschlossene Projekt umfasst folgende Aspekte:

  • landtechnische und agrarökonomische Fragen der Gewinnung von Niedermoor-Biomasse
  • Charakterisierung der Brennstoffeigenschaften von Schilf und Rohrglanzgras
  • Verbrennungsversuche im Labor
  • versuchsweiser Dauereinsatz in verschiedenen Mischungsverhältnissen mit Holz im Blockheizkraftwerk Friedland
  • Bewirtschaftung nasser Niedermoore aus Sicht von Naturschutz und Landwirtschaft.

Das Fazit der Untersuchungen ergibt, dass eine Nutzung der Moore als Biomasse-Quelle Sinn ergibt.

Neben der Nutzung als Energiequelle birgt die Wiedervernässung der Moore weitere Vorteile: die Wiederbelebung der Art- und Ökosystem-Biodiversität, die Speicherung von großen Mengen an Süßwasser und schließlich als natürlicher CO2-Speicher den Klimaschutz.

Info-Seite der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald zur Paludikultur

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