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Aktionsbündnis “Zukunft statt Kohle” protestierte vor Berliner Klimakonferenz

Freitag 22. Mai 2009 von birdfish



Mit einem als Dinosaurier gestalteten Kohlekraftwerk protestierten diese Woche Aktive des Aktionsbündnisses „Zukunft statt Kohle“ vor der Berliner Klimakonferenz „Konzepte zur Anpassung an den Klimawandel“.

Kohlekraftwerk Boxberg
(c) Dirk Suhm / Pixelio

Sie überreichten Bundesumweltminister Gabriel einen Appell gegen den Neubau von Kohlekraftwerken mit über 36.000 Unterschriften, die online gesammelt wurden. Aus dem „Kohlosaurus“ stiegen dabei tausende schwarzer „CO2-Ballons“ auf, die die Gefahr der Kohleverbrennung für das Klima symbolisierten. Auf Plakaten forderten die Demonstranten „Dinosaurier-Technologie stoppen!“ und „Klimaschutz vor Anpassung!“.

„Umweltminister Gabriel redet neuen Kohlekraftwerken das Wort, obwohl selbst Studien aus seinem eigenen Haus belegen, dass sie Gift für die Klimapolitik der Bundesregierung sind“, so Ferdinand Dürr vom Online-Netzwerk Campact. „Eine moderne Energiepolitik setzt konsequent auf Effizienz und Erneuerbare Energien, intelligent kombiniert mit dezentralen und flexiblen Gaskraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung. Damit können wir auf den Neubau von Klima-Killer-Kraftwerken auf Kohlebasis verzichten und am Atomausstieg festhalten. Solange Deutschland seinen zentralen Hausaufgaben beim Klimaschutz nicht nachkommt, gibt es keinen Grund, über die Anpassung an den Klimawandel zu debattieren.“

Dr. Gerd Rosenkranz, Leiter Politik der Deutschen Umwelthilfe (DUH): „Kohlekraftwerke sind die klimaschädlichste Form der Stromerzeugung. Deutschland kann nicht beides sein: Kohleland und Klimavorreiter. Jedes neue Kohlekraftwerk bremst die Energiewende und zementiert die klimaschädliche Stromerzeugung auf Jahrzehnte. Das können wir uns nicht mehr leisten. Ob die CCS-Technologie, das Abtrennen und Verpressen von CO2 in tiefen Schichten, jemals großtechnisch funktioniert und dazu noch im Wettbewerb bestehen kann, ist ungeklärt. Wer die Technologie dennoch entwickeln will, soll das – am besten auf eigene Kosten – tun. In jedem Fall brauchen wir ein Moratorium für den Bau traditioneller Kohlekraftwerke.“

Die Aktiven des Aktionsbündnisses wollten Gabriel Appell und Unterschriften überreichen, bevor er die Berliner Klimakonferenz eröffnete, doch der Minister verweigerte die Annahme. Sie forderten den Minister dennoch auf, seinen Einsatz für neue Kohlekraftwerke einzustellen. In der jüngsten Vergangenheit hatte sich der SPD-Minister mehrfach bei Kommunalpolitikern seiner Partei für den Bau von Kohlekraftwerken stark gemacht.

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