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Klimafreundliche Stromversorgung der Zukunft beschäftigt Umweltrat

Donnerstag 4. Juni 2009 von birdfish



“Die Stromversorgung der Zukunft muss klimafreundlich und nachhaltig sein”, so Prof. Dr. Olav Hohmeyer, Mitglied des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU). “Deutschland steht vor einer Systementscheidung.

Erneuerbare Energien
(c) Ingwer Hansen

Der notwendige Ausbau der erneuerbaren Energien ist mit hohen Anteilen von Kohle oder Kernkraft an der Stromversorgung nicht vereinbar.” Im Vorfeld der Entwicklung ihres Sondergutachtens hat der SRU ein Thesenpapier “Weichenstellungen für eine nachhaltige Stromversorgung” heraus gegeben, das einen Zeithorizont bis 2050 öffnet.

Die Stromversorgung in Deutschland steht vor entscheidenden Weichenstellungen. Ein großer Teil der fossil betriebenen Kraftwerke und die Atomkraftwerke werden in den kommenden Jahren vom Netz gehen und müssen durch neue Kapazitäten ersetzt werden. Diese neuen Kraftwerke haben wiederum eine Lebensdauer von dreißig bis fünfzig Jahren. Die Investitionen der nächsten Jahre werden somit die Treibhausgasemissionen aus der Stromerzeugung bis zur Mitte des Jahrhunderts bestimmen. Sie dürfen die langfristigen klimapolitischen Ziele Deutschlands nicht gefährden.

Die Vorstellung, dass nur ein “ausgewogener Energiemix” die Stromversorgung gewährleisten könne, ist weit verbreitet. Tatsächlich zeichnet sich aber ab, dass Grundlastkraftwerke auf der Basis von Kohle und Uran nicht mit der teilweise stark fluktuierenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen zusammenpassen. Als Ergänzung zu erneuerbaren Stromquellen werden stattdessen gut regelbare Kraftwerkstypen benötigt.

Aus Sicht des SRU ist es möglich, den Strombedarf in Deutschland langfristig vollständig auf der Basis erneuerbarer Energien zu decken. Hierfür muss jedoch die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. Elektrizitätsnetze müssen erweitert, Leitungen für effiziente Fernübertragung gebaut und Speicherkapazitäten bereitgestellt werden. Eine solche Umstrukturierung erfordert einen starken politischen Gestaltungswillen.

Das Thesenpapier des SRU “Weichenstellungen für eine nachhaltige Stromversorgung” finden Sie hier.

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