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Der Klimawandel bedingt große soziale, politische und kulturelle Veränderungen

Donnerstag 11. Juni 2009 von birdfish



Mit dem durch Klimawandel bedingten Kulturwandel beschäftigte sich jetzt eine Konferenz in Essen.

Gesellschaft im Wandel
Gesellschaft im Wandel – (c) Stephanie Hofschlaeger / Pixelio

Die absehbaren Folgen gefährlichen Klimawandels erfordern weltweite Anstrengungen zum Klimaschutz – Anstrengungen, die große soziale, politische und kulturelle Veränderungen voraussetzen. Über diese Aspekte des Klimaschutzes diskutierten erstmals Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen mit internationalen Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Die vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) und der Stiftung Mercator in Kooperation mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie veranstaltete Konferenz vom 8. bis 10. Juni in Essen sollte die gesellschaftliche Debatte über den Klimawandel zusammenführen und aus Sicht der wissenschaftlichen Politikberatung Impulse für die Kopenhagener Klimaverhandlungen im Dezember 2009 geben.

Zur Essener Konferenz „The Great Transformation – Climate Change as Cultural Change“ trugen unter anderen der Kulturwissenschaftler Thomas Homer-Dixon, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Ozeanograph Stefan Rahmstorf, Sozialwissenschaftler Lord Anthony Giddens, Ökonom und Leitautor des vierten IPCC-Berichts Ottmar Edenhofer, der ehemalige UNEP Vorsitzende Klaus Töpfer und Obama-Berater John Podesta bei. Die Teilnehmer befassen sich mit vier Themenfeldern – Ökonomie des Klimawandels, Globale Kooperation, Verhaltensmuster und Demokratie – um aus Sicht der wissenschaftlichen Politikberatung Lösungsstrategien in die internationalen Verhandlungen um den Nachfolger des Kyoto-Protokolls einzubringen.

„Die Konferenzthemen umreißen die Tiefe und Reichweite des politisch-kulturellen Wandels der Weltgesellschaft, der als neue „Große Transformation“ bezeichnet werden kann“, sagt Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI). „Klimawandel bedeutet Kulturwandel. Damit wir neue Marktordnungen, neue Formen globalen Regierens und neue Techniken anwenden können, bedarf es eines tiefgreifenden Bewusstseinwandels und einer neuen Kultur der Teilhabe.“

„Die Stiftung Mercator möchte Verständnis für die Chancen eines Umsteuerns schaffen“, so Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator. „Die Grundlagen für einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel müssen jetzt gelegt werden, um negative Folgen des Klimawandels zu minimieren.“ Das Thema Klimawandel ist ein strategischer Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung Mercator, sie fördert unter anderem den Forschungsschwerpunkt „KlimaKultur“ am KWI, einen Wissenschaftler-Austausch zwischen Peking und Potsdam und das Schulprojekt „Klima-Macher!“.

„Wir stehen an einem Scheideweg“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). „Wenn die Menschheit weiterhin bedenkenlos in den Metabolismus des Erdsystems eingreift, wird dieses System tiefgreifende Phasenübergänge vollziehen, welche unsere heutige Zivilisationsform bedrohen dürften.“ Die Alternative sei, eine „Große Transformation“ zur nachhaltigen Lebensweise einzuleiten. „Voraussetzungen dafür sind neue Formen der globalen politischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit, aber auch des öffentlichen Bewusstseins und der politischen Teilhabe, die auf dieser Konferenz diskutiert werden“, sagt Schellnhuber.

„Unser Auftrag ist es, die Erfordernisse des Klimaschutzes in Handlungsnotwendigkeiten und -möglichkeiten der gesellschaftlichen Akteure zu ‚übersetzen’“, so der Vizepräsident des Wuppertal Instituts, Manfred Fischedick. „Wir erforschen deshalb das Zusammenspiel von Technologien, Politikinstrumenten und neuen Leitbildern, um unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu machen.” Hermann E. Ott, Leiter des Berliner Büros, ergänzt: „Eine Forschungsallianz wie zu dieser Konferenz, ist angesichts der komplexen Problemlage notwendig. Die Bündelung von Wissen und unterschiedlichen Sichtweisen trägt dazu bei, Lösungswege aus der Klimafalle zu entwickeln.“

Hier finden Sie die Website der Konferenz “The great transformation” (engl.)

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