KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Klimaschutzberater Nummer 1 rät vom Wüstenstrom ab – der Bock als Gärtner?

Dienstag 23. Juni 2009 von birdfish



Während sich die einen noch wundern, warum der Klimaschutzberater Angela Merkels und der Vereinten Nationen sich gegen den Wüstenstrom ausspricht, wundern sich die anderen noch mehr, dass es sich bei diesem ersten Klimaschützer um den Vattenfall-Chef Lars Josefsson handelt.

Solarkraftwerk Sanlucar
Thermisches Solarkraftwerk PS10 in Sanlucar la Mayor bei Sevilla. Das erste kommerziell genutzte Solarthermische Kraftwerk der Welt, betrieben von der spanischen Firma Solucar (Abengoa), kann bis zu 6000 Haushalte mit Strom versorgen. – (c) Markel Redondo / Greenpeace

Für den Energieexperten Andree Böhling von Greenpeace hat Josefsson sich mit seiner Ablehnung als Klimaschützer selbst disqualifiziert. “Der neue UN-Klimaberater hat sich als das gezeigt, was er tatsächlich ist: Chef-Lobbyist für Atom- und Kohlekraft.”

Die Argumentation des Vattenfall-Chefs ist in der Tat widersprüchlich. So beschwört er das Risiko terroristischer Anschläge herauf, um seine ablehnende Haltung zu untermauern.

“Wenn Josefsson sich um terroristische Ziele sorgt, sollte er zuerst auf Atomkraftwerke schauen”, kontert Böhling. “Die größte Gefahr geht hierzulande von den alten Reaktoren aus, von denen keiner gegen einen solchen Anschlag geschützt ist. Sie allein geben ein hervorragendes Ziel für Terroristen ab.” Mit dem AKW Brunsbüttel betreibt Vattenfall selbst einen der ältesten und gefährdetsten Reaktoren Deutschlands.

Auch Josefssons Argument, Wüstenstrom sei zu teuer, sticht nicht – zumal er selber die sündhaft teure und im Kraftwerksbetrieb unerprobte CO2-Speicherung propagiert.

Böhling: “Der Import von sauberem Strom aus der Wüste nach Europa ist verglichen mit Atom- und Kohlekraft weder zu teuer noch unrealistisch. Sonnenkraftwerke sind im Gegensatz zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid aus Kraftwerken heute schon ausgereift, bergen keine Risiken und können künftig ein Viertel der weltweiten Stromversorgung sichern. Wer wie Vattenfall die Zeichen der Zeit nicht erkennt, wird ebenso wie die deutsche Autoindustrie eine wirtschaftliche Bauchlandung hinlegen.”

Weitere Informationen zum Thema Wüstenstrom – Solarthermische Kraftwerke!

Schlagworte:
, , , , , , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel

Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 23. Juni 2009. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Ein Kommentar über “Klimaschutzberater Nummer 1 rät vom Wüstenstrom ab – der Bock als Gärtner?”

  1. Charlie schrieb:

    Hier auch ein Artikel der Financial Time Deutschland zum Thema:
    “Vattenfall-Chef gerät in Dilemma”

Kommentar schreiben