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IRENA ohne großen deutschen Einfluss

Donnerstag 2. Juli 2009 von birdfish



Die Bewerbung Deutschlands um den Sitz der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) war dieser Tage gescheitert.

Erneuerbare Energien
(c) Ingwer Hansen

Der Grünen-Sprecher für Energiepolitik, Hans-Josef Fell MdB, kritisiert die Regierung, die seines Erachtens mangelnden Einsatz gezeigt hätte. Zudem befürchtet er einen negativen Einfluss durch die Öl- sowie die Atomlobby auf die Agentur. Fell: “Frau Merkel und Herr Gabriel haben versagt, die berechtigten deutschen Interessen durchzusetzen. Auf Grund ihres halbherzigen Einsatzes und diplomatischen Ungeschickes wurde nicht Bonn, sondern Abu Dhabi Sitzland der IRENA. Bonn erhält zwar ein untergeordnetes Technologiezentrum, die politische Zentrale liegt aber im Erdölstaat Abu Dhabi. Da die Bundesregierung sich ausschließlich auf die Durchsetzung Bonns konzentrierte, wurde nicht einmal ein deutscher Bewerber bei der Wahl zum Generalsekretär ins Rennen geschickt. Somit konnte sich die Französin Helene Pelosse durchsetzen.”

Im Vorfeld habe die Bundesregierung zu wenig Einsatz gezeigt. So wurde für Bonn als Sitzland weniger Finanzausstattung angeboten, als es dem Beitrag Deutschlands für die Internationale Atomenergiebehörde in Wien entspräche. Den Geldversprechungen Abu Dhabis für Investitionen in Entwicklungsländern habe die Bundesregierung nicht offensiv genug ihr eigenes 500 Millionen Programm für Erneuerbare Energien in Entwicklungsländern entgegen gesetzt. Obwohl Deutschland bereits höhere Leistungen erbringe, habe Abu Dhabi ein leichtes gehabt, mit zukünftigen Versprechungen viele Länder für sich zu gewinnen.

Hans-Josef Fell sieht zudem eine Gefahr darin, dass die Erdölinteressen Abu Dhabis und die Atominteressen Frankreichs in der IRENA durchsetzen könnten.

Nichtsdestotrotz werten die Grünen die Gründung der IRENA als großen Erfolg EUROSOLARS. Noch vor einem Jahr hätte kaum jemand angenommen, dass heute 136 Staaten der IRENA beigetreten wären. Dies sei viel mehr als in vergleichbaren Gründungsprozessen ähnlicher Regierungsorganisationen. Dies zeige, dass der Siegeszug der Erneuerbaren Energien längst weltweit Fuß gefasst habe.

Artikel zur Hauptquartier-Entscheidung der IRENA

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