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NASA: Eisschicht in der Arktis wird weniger und dünner – Lage wird dramatischer

Donnerstag 9. Juli 2009 von birdfish



Die NASA stellte jetzt anhand von Satellitenaufnahmen fest, dass nicht nur die Ausdehnung des arktischen Eises sondern auch das Volumen des bestehenden Eises erheblich sinkt.

Arktis bei Grönland
Arktis bei Grönland – dramatischer Schwund. – (c) Martin Schwan – Fotolia.com

Seit 2004 seien die dicken Schichten drastisch zurückgegangen und dünneren Schichten gewichen, die im arktischen Sommer schmölzen, berichteten Forscher der US-Raumfahrtbehörde Nasa am Dienstag in Washington. Sie machten dafür die Erderwärmung und Anomalien im Kreislauf des Meereises verantwortlich.

Dass die Eisflächen abnehmen, ist Forschern seit längerem bekannt. Neue Satellitenaufnahmen brachten nun zum Vorschein, dass auch das Volumen schwindet. Je dünner das Eis ist, umso schneller schmilzt es im Sommer. Ohne Eisschichten aber werden die Sonnenstrahlen nicht mehr reflektiert, sondern vom dunklen Eismeer absorbiert. Die Folge: Das Wasser erwärmt sich schneller.

Seit 2004 habe die Eisschicht in der Arktis pro Jahr um 17,78 Zentimeter abgenommen, berichtete das Journal of Geophysical Research-Ocean, das die Nasa-Erkenntnisse veröffentlichte. In vier Jahren sei sie um insgesamt 67 Zentimeter dünner geworden. Die Gesamtfläche, die von dickerem mehrjährigem Eis bedeckt ist, habe um 42 Prozent abgenommen.

Noch 2003 seien 62 Prozent der Arktis von mehrjährigem und 32 Prozent von einjährigem Eis überzogen gewesen. Im vergangenen Jahr kehrte sich das Verhältnis um: 68 Prozent der Fläche war mit einjährigen und 32 Prozent mit mehrjährigen Eisschichten bedeckt.

“Wir verlieren viel mehr dickes Eis, und das ist wichtig”, sagte Ron Kwok vom Jet Propulsion Laboratoy in Kalifornien. “Grundsätzlich wussten wir, wie viel Eis in der Fläche verschwunden ist, aber wir wussten nicht, wie dick es war.” Die Nasa habe nun gemessen, wie hoch das Eis über die Wasseroberfläche hinausragte. Da neun Zehntel des Eises unter der Oberfläche lägen, hätten die Forscher die gesamte Stärke berechnen können.

Das Eis der Arktis spielt im globalen Klima eine enorme Rolle, weil die Unterschiede zwischen der kalten Luft an den Polen und der warmen Luft am Äquator die Luft- und Wasserströmungen und das Wetter bestimmen.

Quelle: Reuters

Der Spiegel veröffentlichte zum Thema Eisschmelze in der Arktis jetzt ein Interview mit Andreas Peter Ahlstrøm. Ahlstrøm ist Glaziologe des Geologischen Dienstes von Dänemark und Grönland. Er führt ein Programm zur Überwachung des grönländischen Eisschildes und ist Co- Leiter des EU- Projektes “ice2sea”, das den Meeresspiegelanstieg durch das weltweite Abschmelzen von Gletschern für die kommenden 200 Jahre abschätzen soll.

“Grönlands Eisschild ist ein erwachender Riese” – ein Interview des Spiegel mit dem Experten für arktisches Eis, Andreas Peter Ahlstrøm. 7.7.09

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