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China, Indien und Brasilien mit im Boot – dennoch reichen vage Aussagen nicht aus

Freitag 10. Juli 2009 von birdfish



Die große Einigung von l’Aquila besteht darin, dass die 16 Länder mit dem größten CO2-Ausstoß plus Ägyten vereinbarten, den weltweiten Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten zu begrenzen.

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Damit einher geht die Verpflichtung, den Ausstoß noch Treibhausgasen bis 2050 entsprechend zu reduzieren. Und hier liegt der Hase im Pfeffer, denn wie dieses umgesetzt werden soll, das bleibt im Dunkeln.

Der Aspekt der fehlenden Mengenangaben zur Einsparung wurde insbesondere auch von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisiert. Ban Ki Moon bemängelte ebenfalls die fehlenden mittelfristigen Ziele bis 2020.

Viele riefen Heureka dafür, dass sich nun überhaupt etwas bewegt und man erstmals zu einer Übereinkunft kam, die anerkennt, dass der Klimawandel überhuapt existiert – im Gegensatz zu Heiligendamm beispielsweise, wo Ex-Präsident Bush noch alles boykottierte.
Das Tragische ist nur, dass für eine langfristig ausgelegte Diplomatie einfach keine Zeit mehr bleibt.
So titelt Greenpeace damit, dass die Staatschefs in l’Aquila versagt haben. Sprecher Tobias Münchmeyer führt aus: “Die Staatschefs haben die wichtigsten Bausteine für ein historisches Abkommen in Kopenhagen im Dezember versäumt. Keine entscheidenden mittelfristigen Ziele, keine 106 Milliarden US-Dollar für die Entwicklungsländer. Und Kopenhagen nur noch 150 Tage entfernt.”

Optimisten sehen jedoch den Silberstreif am Horizont. Zumindest habe man doch schon einmal alle in ein Boot bekommen. Nun hieße es, einen guten Schritt weiter zu gehen und bis Kopenhagen im Dezember das gesetzte Ziel mit konkreten Zahlen und Maßnahmen auszufüllen. Und hierin sieht auch Münchmeyer noch eine Chance: “Die einzelnen Länder können die derzeitige Blockade in den Verhandlungen noch aufbrechen. Die nächste Verhandlungsrunde findet am 22. September statt. Bis dahin kann jedes Land für sich angemessene Ziele für 2020 und für 2050 beschließen. Jedes Land zählt und kann uns einem rettenden Abkommen in Kopenhagen näher bringen.”

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