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Chinesischer Mega-Windkraftpark mit einer Leistung von 8 bis 10 Atomkraftwerken

Montag 13. Juli 2009 von birdfish



China zeigt, wie’s geht: In Jiuquan, Provinz Jiangsu, startete jetzt der Bau eines gigantischen Windkraftparks. Die Anlage wird 10 Gigawatt Leistung bringen. Das entspricht 8 bis 10 Atomkraftwerken. Oder spart rund 100 Millionen Tonnen CO2 aus Kohlekraftwerken. Weitere sechs Windparks gleicher Größe sind für die kommenden Jahre geplant.

Windkraftpark in China
Dan Nan Windpark in der Guangdong-Provinz – (c) Xuan Canxiong / Greenpeace

Chinesischen Zeitungsberichten zufolge sollen bis 2020 landesweit insgesamt sieben solcher Mega-Windparks in Betrieb gehen – jedes mit mindestens zehn Gigawatt Leistung. Ziel ist, die Gesamtleistung aus Windkraft bis 2020 auf 100 Gigawatt zu steigern. Das ist das Achtfache des heutigen Aufkommens. An dem Projekt sind alle führenden Energiekonzerne des Landes beteiligt.

“Was China mit diesen Windparks auf die Beine stellt, ist beeindruckend”, stellt Andree Böhling von Greenpeace fest. “Die chinesische Regierung macht damit klar, dass sie das Klimaproblem erkannt hat. Sie setzt nicht mehr nur auf Atomkraft und Kohle, sondern auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien, um den immensen und weiter wachsenden Energiebedarf des Landes zu decken.”

Um sich vorzustellen, was zehn Gigawatt Leistung aus Windkraft für Umwelt und Nachwelt bedeuten, sind einige Zahlen nützlich. Beispiel Deutschland: Acht bis zehn Atomkraftwerke bescheren uns

  • jährlich über 200 Tonnen hochradioaktiven Atommüll. Für eine sichere Endlagerung der unseligen Hinterlassenschaft ist keine Lösung in Sicht, auch weltweit nicht;
  • Jahr für Jahr 4 bis 5 Tonnen Plutonium, in China wegen der höheren Anreicherung sogar mehr als das Doppelte. Ein 1000-Megawatt-Reaktor in Deutschland produziert rund 300 Kilogramm des tödlichen Stoffes pro Jahr. Für eine Atombombe reichen ca. 6 Kilogramm

Nicht nur Umwelt und Klima profitieren von dem Projekt. Auch die chinesische Wirtschaft freut sich zusehends über einen Boom beim Anlagenbau für Erneuerbare Energien. Erbauern und Zulieferern winken satte Gewinne durch die weltweite Nutzung von Ökostrom. Energieexperte Böhling: “China oder auch USA holen beim Ausbau von Wind und Sonne so gewaltig auf, dass Deutschland im Bereich der Erneuerbaren Energien aufpassen muss, von den Mitstreitern nicht hoffnungslos abgehängt zu werden.”

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