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Deutschlandweite Untersuchung soll Klima-Killer in der Landwirtschaft aufspüren

Dienstag 14. Juli 2009 von birdfish



Emissionen aus der Landwirtschaft sind in Deutschland zu 10% am nationalen Treibhausgasaufkommen beteiligt. Um diesen Wert zu drücken, müssen Landwirte wissen, welche “Klimakiller” sich im Stall und auf dem Feld verstecken.

Methanerzeugerinnen - die Kühe
Erzeugen das Treibhausgas Methan: Kühe – Foto: frugola / Pixelio

Agrarwissenschaftler der TU München haben sich deshalb zusammen mit Kollegen anderer Universitäten auf die Suche gemacht: Sie erforschen, in welchem Umfang man durch optimierte Anbauverfahren und durch die Umstellung auf ökologischen Landbau klimaschädliche Emissionen reduzieren kann.

Am jüngsten G8-Gipfel im italienischen L’Aquila haben sich die großen Industriestaaten geeinigt, den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Zudem wollen die Politiker die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 halbieren. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) könnten einen Beitrag leisten, dieses Ziel zu erreichen: Denn gemeinsam mit Kollegen vom Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) sowie von den Universitäten Bonn und Halle-Wittenberg untersuchen sie die Emissionen von Treibhausgasen beim Anbau landwirtschaftlicher Nutzpflanzen und bei der Haltung von Milchkühen.

Um “Klima-Killern” in der Landwirtschaft auf die Schliche zu kommen, untersuchen die Wissenschaftler in vier Agrarregionen Deutschlands die Standort- und Nutzungseinflüsse auf die Treibhausgasbilanz: In Bayern, am Niederrhein, an Ost- und Nordseeküste sowie in ostdeutschen Standorten der Altmark und des Spreewalds. Die Grundfrage der Forscher lautet dabei: Unter welchen Bedingungen und mit welchen Maßnahmen ist eine klimafreundliche Bewirtschaftung möglich? Um die Antwort zu finden, nehmen sie 40 Bio-Betriebe und 40 konventionelle Vergleichs-Betriebe unter die Lupe: Dort messen und bilanzieren die Agrarwissenschaftler regelmäßig unter Praxisbedingungen die Kohlendioxid-, Methan- und Lachgasemissionen in Pflanzenproduktion und Milchviehhaltung.

Auf diese Weise wollen die Agrarwissenschaftler klimarelevante Stärken als auch Schwachstellen im Agrarsektor identifizieren und Maßnahmen ableiten, um die agrarischen Emissionen zu mindern. So soll die ökologische Nachhaltigkeit weiter verbessert werden – sowohl auf Öko-Höfen als auch in konventionellen Betrieben. Das Forschungsprojekt läuft noch bis Herbst 2011. Die Ergebnisse sollen die Datenbasis für die nationale Klimaberichterstattung verbessern und Möglichkeiten für ein nachhaltiges, Kohlenstoff-optimiertes Landmanagement aufzeigen.

Das Projekt “Klimawirkungen und Nachhaltigkeit ökologischer Betriebssysteme – Untersuchungen in einem Netzwerk von Pilotbetrieben” wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit zwei Millionen Euro gefördert und über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau unterstützt.

Website des Netzwerks der Pilotbetriebe im Forschungsprojekt “Klimawirkungen und Nachhaltigkeit ökologischer und konventioneller Betriebssysteme”

Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL)

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