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Mangelnde Sicherheit von Atomkraftwerken und Atomlagerstätten immer deutlicher – wieder radioaktive Lauge entdeckt

Mittwoch 15. Juli 2009 von birdfish



Die unangenehme und beunruhigende Serie von Pleiten, Pech und Pannen im Zusammenhang mit Atomkraftwerken und Atommüll reißt nicht ab.

Pannen im AKW Krümmel
Pannen im maroden AKW Krümmel reißen nicht ab – (c) Martin Langer / Greenpeace

Das marode Atommülllager Asse, das bereits reichlich in der Kritik stand, wird nun erneut im Zusammenhang mit fehlender Sicherheit genannt. Erneut wurde radioaktiv belastete Lauge gefunden. Zumindest hieß es, dass eine Gefährdung der Mitarbeitenden ausgeschlossen sei – was man für die Vergangenheit leider nicht behaupten konnte.

Das Bundesamt hat nun direkt Strahlenschutzmaßnahmen veranlasst.

Bis 1978 wurden 126 000 Behälter mit schwach- und 1300 mit mittelradioaktivem Müll unter die Erde gebracht. Was genau eingelagert wurde, ist bis heute unklar. Die Asse war das weltweit erste unterirdische Lager für Atommüll. Die Genehmigung verlief problemlos, ein Planfeststellungsverfahren war gesetzlich noch nicht vorgeschrieben. Das alte Salzbergwerk wurde nach Bergrecht betrieben.

Nachdem bekannt wurde, welche eklatanten Versäumnisse Nsich die Betreiber des lager zuschulden haben kommen lassen, wurde ihnen Anfang 2009 die Verantwortung entzogen, die nun direkt dem Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter obliegt, welches direkt dem Bundesumweltministerium untergeordnet ist.

In Krümmel tropft noch das Öl

Im umstrittenen Pannenwerk Krümmel tropft derweil immer noch das Öl aus der Wand.

Der Kurzschluss im Trafo hat erhebliche Schäden angerichtet.

Es lohnt sich wirklich, diesen den Beitrag der ARD anzusehen! Der Sender durfte das Werk besichtigen.

Hier ist zu sehen, wie der Kurzschluss dicke Stahlplatten verbogen hat, das Öl aus der Wand tropft und wie naiv und ahnungslos man darüber forscht, woran das alles denn wohl gelegen haben könnte.

Derweil macht sich die Macht der Verbraucherinnen und Verbraucher bemerkbar. Tausende sollen nach einem Bericht des “Hamburger Abendblatts” den Stromanbieter gewechselt haben.

Mehr und mehr Menschen stellen fest, dass ihnen auch von der Atomlobby ein dicker Bär aufgebunden wurde mit der Behauptung, dass die Strompreise ohne Atomstrom steigen würden. Das belegt eine Emnid-Umfrage, die im Auftrag von Greenpeace durchgeführt wurde.

Zur Emnid-Umfrage, die zeigt, dass dieVerbraucherinnen und Verbraucher das Märchen vom preiswerten Atomstrom nicht mehr glauben (PDF)

Auch der Bundesumweltminister – solange er es noch ist – wird nicht müde nachzuweisen, dass ein schneller Atomausstieg möglich und nötig ist. Ein neues Hintergrundpapier des Bundesumweltministers zum Atomausstieg zeigt die Pannenstatistik der deutschen Werke auf, belegt, dass ohne Atomstrom die Versorgung nicht einbricht und schon gar nicht der Strom teurer wird – im Gegenteil.

Das Hintergrundpapier zum schnelleren Atomausstieg von Bundesumweltminister Gabriel. (PDF)

Unsere Infosammlung

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