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BUND: Keine Kumpanei mit Vattenfall! Krümmel muss endgültig vom Netz gehen

Montag 27. Juli 2009 von birdfish



Eine mangelhafte Aufsicht über die gefährlichen Atommeiler und eine Verharmlosung der völlig unzureichenden Sicherheitskultur von Vattenfall befürchtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Pannen im AKW Krümmel
Pannen-AKW Krümmel muss endlich geschlossen werden – (c) Martin Langer / Greenpeace

Die handstreichartige Entlassung der bisher für die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein zuständigen Ministerin Trauernicht habe zu einer erheblichen Lücke geführt. Gepaart mit der laschen Sicherheitskultur von Vattenfall könne dies zu einer Gefahr für Millionen Menschen werden.

„Zu den Sicherheitsdefiziten im Atomkraftwerk Krümmel darf jetzt nicht noch eine politisch bedingte Sicherheitslücke in der Atomaufsicht hinzukommen“, sagte der BUND-Atomexperte Thorben Becker. „Es besteht die Gefahr, dass die jetzt amtierende Landesregierung in enger Kumpanei mit dem AKW-Betreiber Vattenfall das AKW Krümmel nicht stilllegt, um ihre Atompolitik nicht zu gefährden. Für den Ministerpräsidenten wird es zu einer Nagelprobe, ob er zu seinem Wort steht, Vattenfall nach einer weiteren Panne, wie bereits geschehen, vom Netz zu nehmen.“

Vattenfall gehe zu oft Profit vor Sicherheit, Pannen seien offensichtlich der Normalfall. Gravierende Versäumnisse und Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften, unerklärliche technische Pannen, unhaltbare Zustände im firmeneigenen Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle und die Vorgänge um Brunsbüttel und Krümmel seien vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Missachtung der Auflagen der Atomaufsicht und strukturelle Mängel in der Sicherheitskultur bewiesen die Unzuverlässigkeit von Vattenfall.

Sybille Macht-Baumgarten, Landesvorsitzende des BUND: „Die Landesregierung muss Vattenfall als unzuverlässigem Betreiber die Betriebserlaubnisse für Krümmel und Brunsbüttel entziehen. Wer mit der Sicherheit der Bevölkerung russisches Roulette spielt, darf derart hochsensible Anlagen nicht länger betreiben. Selbst die atomfreundliche Bundeskanzlerin distanziert sich von Vattenfall, da müssen die Landesregierung und das Landesparlament im Interesse der hier lebenden Menschen endlich handeln.“

Greenpeace berichtete, dass der Frankfurter Rundschau zufolge die Landesministerin Gitta Trauernicht in den vergangenen Tagen eine Erklärung zu Krümmel vorbereitet. Sie wollte ankündigen, den Meiler nie wieder ans Netz zu lassen. Durch die Entlassung Trauernichts am 21. Juli hat Ministerpräsident Peter Harry Carstensen die Abgabe dieser Erklärung verhindert.

Die ehemalige Landesministerin Trauernicht hat nach der jüngsten Pannenserie im AKW Krümmel bereits zum zweiten Mal bei dem Kieler Verwaltungsrichter Wolfgang Ewer ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die Zuverlässigkeit Vattenfalls als Betreiber von Atomkraftwerken überprüfen zu lassen.

Das Gutachten basiert auf dem deutschen Atomgesetz. Demnach zählt die Zuverlässigkeit des Betreibers zu den wichtigsten Genehmigungsvoraussetzungen für den Betrieb eines Atomkraftwerks. Ist diese Zuverlässigkeit nicht mehr gegeben, kann die Betriebsgenehmigung wegen Wegfalls der Genehmigungsvoraussetzung widerrufen werden. Greenpeace fordert die Landesregierung auf, das Gutachten über die Zuverlässigkeit Vattenfalls als Betreiber von Krümmel offenzulegen, so Smital.

Weiteres Material zum Thema Atomkraftwerke finden Sie hier.

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Ein Kommentar über “BUND: Keine Kumpanei mit Vattenfall! Krümmel muss endgültig vom Netz gehen”

  1. Tobias S. schrieb:

    Der Kumpanei von vattenfall und der Landesregierung lässt sich am effektivsten durch den Wechsel zu einem Ökostromanbieter ein Riegel vorschieben. Das dauert keine 5 Minuten, kostet kaum mehr pro Monat und setzt ein effektives Zeichen gegen Atomkraft. Anleitung und Tips gibt´s hier:
    http://www.atomausstieg-selber-machen.de/stromwechsel.html

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