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Verlängertes Sojamoratorium schenkt dem Amazonas-Regenwald zumindest Aufschub

Freitag 31. Juli 2009 von birdfish



Eine weitere kleine Atempause für den brasilianischen Regenwald wurde am Dienstag in Brasiliens Hauptstadt Brasilia verkündet.

Regenwald kontra Soja
Ein einzelner Nussbaum (castanheira) steht in einem Sojafeld im Amazonas Regenwald. – (c) Rodrigo Baleia / Greenpeace

Ein Jahr mehr wird in dem Land kein Soja von neu gerodeten Urwaldflächen gehandelt. Das haben der Verband der Soja-Händler (Abiove), Greenpeace und andere Umweltverbände auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Drei Jahre ist es her, dass die größten brasilianischen Soja-Händler zum ersten Mal einem zweijährigen Stopp des Handels zugestimmt haben. Davor hatte Greenpace mit einer Kampagne auf die Bedrohung durch die Regenwaldrodung aufmerksam gemacht.

Der brasilianische Amazonas-Urwald speichert – wie alle tropischen Regenwälder – Kohlendioxid aus der Luft und gibt Sauerstoff ab. So ist er ein Teil unserer globalen grünen Lunge und ein wichtiger Faktor für das Klimasystem. Der Amazonas-Regenwald speichert geschätzte 80 bis 120 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Würde er komplett vernichtet, entstünde eine Menge an Kohlendioxid, die etwa dem 400-fachen der jährlichen CO2-Emissionen Deutschlands entspräche.

Als Verbraucher sind wir direkt mit dem Soja-Anbau in Brasilien verbunden. So wird ein Großteil der im Amazonas-Gebieten angebauten Bohnen als Ausgangsstoff für Agro-Diesel oder Tierfutter nach Europa exportiert. Große Firmen wie McDonalds, Ritter Sport, Carrefour und Marks & Spencer haben nach Veröffentlichung des Greenpeace-Reports Eating up the Amazon im Jahr 2006 reagiert und die brasilianischen Lieferanten aufgefordert, sich nicht an der Zerstörung des Regenwaldes für den Soja-Anbau zu beteiligen.

Eben diese Soja-Abnehmer haben auch jetzt die Verlängerung des bestehenden Moratoriums unterstützt und zu diesem Erfolg mit beigetragen. Dennoch, gerettet ist der Amazonas deswegen noch lange nicht. Es ist nicht nur der Anbau von Tierfutter, der dem Regenwald zu schaffen macht. Darüber hinaus wird viel Urwald zur Zucht von Rindern gerodet. Brasilien ist der größte Rinder-Exporteur weltweit. Die Tiere werden für die Fleisch- und Leder-Industrie gezüchtet – 40 Prozent davon auf Weideflächen, die einmal Regenwald waren.

So ist die Verlängerung des Sojamoratoriums zwar ein Erfolg, aber es gibt noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, findet Oliver Salge, Leiter der Waldkampagne von Greenpeace. “Die erneute Verlängerung des Soja-Moratoriums ist immens wichtig für den Erhalt des Regenwaldes am Amazonas, da das Moratorium nach nunmehr drei Jahren jetzt wirklich zu greifen beginnt. Die Initiative der Soja-Händler sollte ein Beispiel für andere Unternehmen sein, wie etwa die Fleisch- und Lederindustrie, die noch immer tief in Urwaldzerstörung verstrickt ist. Der Amazonas-Regenwald ist für alle Menschen alleine wegen seiner Relevanz für das weltweite Klima zu kostbar um ihn zu zerstören.”

Über das Moratorium hinaus fordert Greenpeace nun klare gesetzliche Regelungen zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes vor der Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktion. Ziel ist es ab 2015 eine Politik der Null-Entwaldung zu erreichen, bei der Wald ökologisch nachhaltig genutzt wird und große Urwaldflächen geschützt werden. Durch die Abholzung und Brandrodung des Regenwaldes für die Rinderhaltung und anschließende Sojaproduktion ist Brasilien bereits der weltweit viertgrößte Erzeuger von klimaschädlichen Treibhausgasen.

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