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Mangrovenwälder gehen dramatisch zurück – Küstenwälder binden viel Kohlendioxid

Montag 10. August 2009 von birdfish



Weltweit gehen die Mangrovenwälder dramatisch zurück.

Aufforstungen von Mangroven
Aufforstungen von Mangroven (Pranburi/Thailand) – (c) Dieter Wendelken / Pixelio

Da die dichten Mangrovengürtel wie Wellenbrecher wirken und so die Bewohner der Küstenregionen vor Flutkatastrophen schützen, kann diese negative Entwicklung verheerende Auswirkungen haben. Darüber hinaus binden diese einzigartigen Küstenwälder große Mengen klimaschädliches Kohlendioxid und bieten durch ihr dichtes Blätterdach und die meterhohen Luftwurzeln zahlreichen Fischarten und anderen Tieren eine ideale Kinderstube. „In den letzten 100 Jahren wurden fast 50 Prozent der Mangrovenwälder zerstört“, so Udo Gattenlöhner, Geschäftsführer des Global Nature Fund (GNF). „Sie werden als illegale Müllkippen missbraucht oder in Ölpalm- und Bananenplantagen umgewandelt”.

Vor diesem Hintergrund hat der Global Nature Fund im Jahr 2005, dem Jahr nach dem verheerenden Tsunami in Südostasien, in enger Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung ein Projekt zum Schutz dieser wertvollen Lebensräume gestartet. Die Maßnahmen wurden in enger Zusammenarbeit mit zwei Partnerorganisationen in Sri Lanka, Nagenahiru und EMACE, umgesetzt. Dabei standen zunächst drei vom Tsunami betroffene Gebiete in Sri Lanka im Vordergrund, die Regionen Maduganga und Madampe sowie der Bolgoda See. Lal Emmanuel, Präsident der Nagenahiru Stiftung, ist stolz, dass auf diesem Wege bereits mehr als 50 Hektar Fläche mit über 100.000 Mangrovenpflanzen aufgeforstet werden konnten.

In den vergangenen Jahren wurden die Aktivitäten in Sri Lanka mit über 700.000 Euro von der Europäischen Union gefördert. Weitere Zuschüsse stammen von der Serendib Stiftung und der Stiftung Ursula Merz. Jetzt geht der erfolgreiche Mangrovenschutz in die nächste Phase. Drei weitere Seenregionen in Sri Lanka kommen hinzu, dort werden ebenfalls Baumschulen eingerichtet und Mangrovenwälder wieder aufgeforstet. Davon profitieren auch die Menschen: Rinde, Früchte und Blätter der Mangroven enthalten wichtige Substanzen für die traditionelle Medizin und können dadurch auch die finanzielle Zukunft der Menschen vor Ort sichern.

Eine gute Nachricht ist, dass weiterführende Aktivitäten durch Unterstützung des Schweizer Unternehmens Sika, der Stiftung Ursula Merz und des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie (WISIONS) möglich werden. Die erfolgreichen Maßnahmen sollen auch in andere Länder übertragen werden. Ein erstes Projekt startet der GNF derzeit mit seinem indischen Partner CReNIEO am Pulicat See in Südostindien. Es gibt aber noch viel zu tun. Das langfristige Ziel der Living Lakes-Initiative ist die Gründung einer weltweiten Mangroven-Allianz, um so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

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