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Neue Studie bezweifelt die baldige Wende der Automobilindustrie hin zu Elektroautos

Mittwoch 19. August 2009 von birdfish



Das Bundesumweltministerium sieht in den Elektroautos das Gefährt der Zukunft und die diesbezügliche Wende der Automobilindustrie in Sicht.

Elektroauto Opel Ampera
Elektroauto Opel Ampera – (c) Daniel Litzinger / Pixelio

Hierbei setzt man auf die Entwicklung von neuartigen Lithium-Ionen-Batterien. Erst im Frühjahr freute sich Ministerin Schavan, dass im Haushalt für diesen Zweck 500 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II locker gemacht wurden.

Eine neu erschienene Einschätzung zum Thema wirft einen Schatten auf die Planungen auch des Forschungsministeriums, hier eine baldige Wende einzuläuten. Hier heißt es, dass Elektro-Autos erst ab dem Jahr 2030 auf dem freien Markt wettbewerbsfähig sein werden. So das Ergebnis einer aktuellen Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management.

Mittelfristig dämpften hohe Batteriekosten und eine zu geringe Reichweite der Fahrzeuge das Interesse der Konsumenten, so die Autoren Anne Feller und Michael Stephan. Die Bachelor-Studenten hatten in ihrer Abschlussarbeit am “Kühne Stiftungslehrstuhl für Logistikmanagement” ein Modell entwickelt, das die Vorhersage von Marktanteilen für E-Autos ebenso erlaubt wie die Analyse der Auswirkungen staatlicher Förderung auf den Absatz der Fahrzeuge.

Die Studie leistet einen wesentlichen Beitrag zur aktuellen Debatte um das Marktpotential von Elektroautos“, so Prof. Dr. Stefan Spinler vom Lehrstuhl für Logistikmanagement, der die Arbeit der Studenten betreute. Fundierte Berechnungen ersetzten jetzt die bisherigen Spekulationen in der Öffentlichkeit. Dem Szenario zufolge wird der Anteil von E-Autos an der gesamten Fahrzeugflotte 2020 erst zwei Prozent betragen. Damit wäre aufgrund der kohlenintensiven Energieerzeugung in Deutschland nur eine minimale Verringerung der jährlichen CO2-Emissionen verbunden (ca. 0,4 Prozent). Durch die Produktion höherer Stückzahlen sowie den Einsatz billigerer und leistungsfähigerer Batterien können die Elektro-Autos voraussichtlich ab 2020 mit traditionellen Fahrzeugen konkurrieren – vorausgesetzt, man berücksichtigt beim Kaufpreis die künftigen Treibstoff-Einsparungen.

Wirklich konkurrenzfähig werden E-Autos laut Studie erst ab dem Jahr 2030. Zwar bleibt der Kaufpreis für die Fahrzeuge gegenüber dem Jahr 2020 gleich, sinkende Preise für Elektrizität und geringere Wartungskosten im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen machen die Elektromobile dann aber attraktiv. Sie werden stetig Marktanteile gewinnen und 2030 rund 20 Prozent der gesamten Fahrzeugflotte ausmachen, so die Prognose der Autoren. Auf diese Weise ist eine deutliche Reduktion der verkehrsbedingten CO2-Emissionen möglich: Bis zu 18 Prozent.

Die WHU – Otto Beisheim School of Management legt großen Wert auf eine exzellente Forschung. Wissenschaftler der Hochschule arbeiten an praxisnahen Zukunftsthemen. Die Hochschule erreicht Spitzenplatzierungen in renommierten Rankings. So belegte die WHU im diesjährigen “Handelsblatt-Ranking der Top-25-BWL-Fakultäten” den achten Platz. Als einzige private Hochschule ist die WHU außerdem Mitglied der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

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