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Exportschlager Solarenergie: Neue Jülicher Anlage soll bald in Afrika Anwendung finden

Dienstag 1. September 2009 von birdfish



Es ist zwar nicht das größte Solarkraftwerk in Deutschland, hier aber das größte dieser Art: mit Spiegeln die die Sonnenkraft auf einen Punkt bündeln.

Solarkraftwerk Jülich
2.500 Spiegel konzentrieren das Sonnenlicht auf den Turm – (c) Thomas Imo / photothek.net

Sobald die Sonne scheint, richten sich der Sonne nachgeführte Spiegel, so genannte Heliostate, so aus, dass das Sonnenlicht auf einen Turm reflektiert wird.

Umgebungsluft von außen und erkaltete Luft aus dem Luftkreislauf wird angesaugt und bis auf 700 Grad Celsius aufgeheizt. Die heiße Luft wird dann zur Erzeugung von Wasserdampf und zum Antrieb einer Turbine genutzt. Im letzten Schritt wandelt ein Generator die Rotationsenergie der Turbine in elektrischen Strom um, der auf der Mittelspannungsebene in das öffentliche Netz eingespeist wird.

So wird mit den 2.500 Spiegeln nun genug Energie produziert, um damit über 400 Haushalte versorgen zu können. Das Kraftwerk ist zudem kostengünstiger zu betreiben als eine Anlage mit teuren Solarzellen. Noch effektiver wäre so eine Anlage natürlich in Ländern, die noch viel mehr Sonne zu bieten haben. Daher gilt die neue Jülicher Anlage als deutsches Vorzeigeprojekt, das künftig insbesondere nach Nordafrika exportiert werden soll.

Nach Informationen der taz gab es bereits konkrete Interessenten aus Algerien, die die Anlage bereits besichtigt haben. Des weiteren passt die Anlage zu den Desertec-Plänen, wo sich die deutsche Technik dann im Rahmen des 400 Milliarden-Projekts profilieren und davon profitieren kann.

Da freut sich auch Umweltminister Gabriel: “”Wir schaffen in Deutschland die technischen Voraussetzungen, um zukünftig Sonnenstrom aus der Wüste zu nutzen. Mit solchen innovativen Technologien sind wir bestens für einen Leitmarkt der Zukunft gerüstet. Dies hilft deutschen Unternehmen, schafft Arbeitsplätze und schützt das Klima.”

Quellen:

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Ein Kommentar über “Exportschlager Solarenergie: Neue Jülicher Anlage soll bald in Afrika Anwendung finden”

  1. Rudolf schrieb:

    Der Betrieb einer solarthermischen Anlage zur Stromerzeugung in Deutschland macht wirklich wenig bis keinen Sinn, er ist wenn überhaupt dann nur als Forschungsobjekt zu sehen. Selbst da habe ich so meine Zweifel, ob das Sinn macht, denn es ist eine Ressourcenvergeudung, wenn maximal ein halbes Jahr mit der Anlage geforscht werden kann.

    Diese Art von Anlagen macht aberunbedingt Sinn, wenn sie in sonnenreichen Regionen (Südeuropa, Nordafrika) realisiert wird. Der enorme Vorteil ist der hohe Wirkungsgrad, der durch diese Technik erreicht werden kann (je höher die Temperatur, desto höher die Ausbeute). Nachteilig ist allenfalls, dass diese Art von Technik (im Gegensatz zum Andasol-Konzept mit seinem Salzspeicher) auf direkte Sonneneinstrahlung angewiesen ist. Aber es gibt ja bereits interessante Ansätze, das Verfahren mit einer Gasturbine zu koppeln, die den Bedarf über Nacht oder einen Spitzenbedarf abdecken kann…

    Rudolf

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