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50.000 Menschen demonstrierten für den überfälligen Ausstieg aus der Atomkraft

Dienstag 8. September 2009 von birdfish



50.000 Menschen in Berlin für den Ausstieg aus der Atomkraft demonstriert. Mehr als 360 Traktoren fuhren im Zug mit.

Viele kamen zur Demo
Atomkraft – nein danke! – (c) Paul Langrock / Greenpeace

Die bunte Menschenmasse sendet ein deutliches Signal an die Politik. Auch die jüngste Emnid-Umfrage zeigt: Fast zwei Drittel der Bundesbürger fordern von der zukünftigen Bundesregierung, am gesetzlich verankerten Atomausstieg in Deutschland weiter festzuhalten. Vor allem die junge Generation befürwortet eine Wende in der Energiepolitik.

“Das Votum der Bevölkerung ist klar und jede künftige Bundesregierung wird daran zu messen sein, ob sie den Willen der Bundesbürger umsetzt oder sich zum Handlanger der Atomindustrie macht”, sagt Mathias Edler, Atomexperte bei Greenpeace. “Die Entscheidung für oder gegen eine Laufzeitverlängerung ist richtungweisend für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Chancen für den Klimaschutz.”

Die Ablehnung der Bevölkerung gegenüber einer Laufzeitverlängerung für die ältesten Atommeiler ist in den alten und neuen Bundesländern mit jeweils 59 Prozent gleich groß. Auch die Schulbildung spielt eher eine untergeordnete Rolle: 63 Prozent der Befragten mit Volksschulabschluss und Lehre und insgesamt 71 Prozent der befragten Schüler sprechen sich für den gesetzlich verankerten Atomausstieg aus. Die Anhänger von CDU/CSU und FDP sind in der Atomfrage gespalten: Doch selbst 50 Prozent der CDU/CSU-Anhänger und 49 Prozent der FDP-Wähler erwarten von der künftigen Regierung, am Atomausstieg festzuhalten.

Dem Greenpeace-Energiekonzept Klimaschutz: Plan B 2050 zufolge können die Erneuerbaren Energien bis 2050 die komplette Stromversorgung in der Bundesrepublik übernehmen. Ein Ausstieg aus der Atomenergie ist bis 2015 möglich. Dabei bleibt eine sichere Stromversorgung durch inländische Stromproduktion jederzeit gewährleistet.

“Es geht um eine Systementscheidung: Entweder teurer, schmutziger Strom aus zentralen Großkraftwerken oder umweltfreundlicher, bezahlbarer Strom aus Erneuerbaren Energieträgern wie Sonne, Wind und Wasser. Beides zusammen funktioniert jedoch nicht. Schon jetzt versperrt der im Überfluss vorhandene Atomstrom dem Strom aus Erneuerbaren Energien den Weg in die Stromnetze. So wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien blockiert und damit auch die Schaffung von Arbeitsplätzen”, so Edler.

Artikel zur Studie, was die Atomkraft die Bundesbürger an Steuergeldern kostet und bereits gekostet hat.

Weitere Studien und Infos zum Thema Atomkraft haben wir hier gesammelt.

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