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Ölsand-Abbau setzt riesige Mengen von Treibhausgasen frei und verursacht Krebs

Donnerstag 17. September 2009 von birdfish



Greenpeace-Aktivisten aus Kanada, den USA und Frankreich protestieren jetzt gegen den Abbau von klimaschädlichem Ölsand bei FortMcMurray in der kanadischen Provinz Alberta.

Ölsand-Abbau
Der Ölsand wird in Alberta, Kanada im Tagebau gewonnen.
- Foto: Jiri Rezac / Greenpeace

In einem Bergbaubetrieb des Erdölkonzerns Shell-Albion befestigten die Aktivisten ein Riesenbanner mit der Botschaft Tar Sands: Climate Crime (Ölsand: Klimaverbrechen). Mit einer Kletteraktion an einem Schaufelradbagger stoppten sie den Ölsand-Abbau. Das Herauslösen des sandgebundenen Öls setzt gigantische Mengen an Treibhausgasen frei, die im Widerspruch zu Kanadas Reduktionsverpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls stehen. Wenige Wochen vor der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen fordert Greenpeace einen Ausstieg aus dem Ölsand-Abbau in Kanada.

“Der kanadische Ölsand-Abbau ist das größte industrielle Projekt des Planeten”, sagt Christoph Lieven, Greenpeace-Sprecher in Hamburg. “Eine Fläche von der Größe Englands wird hier verwüstet, als Abfallprodukt entstehen riesige Giftseen mit einer tödlichen Mischung aus Arsen, Quecksilber und anderen Chemikalien. Die größten Ölkonzerne und Banken profitieren hier von einer Umweltzerstörung apokalyptischen Ausmaßes. Diese industrielle Katastrophe muss gestoppt werden.”

Der Ölsand-Abbau wurde erst in den letzten Jahren durch die zur Neige gehenden Ölquellen und die anhaltend hohen Ölpreise lukrativ. Alle großen Erdölkonzerne wie Shell, BP, ExxonMobile, Total, Suncor, Syncrude und StatoilHydro investieren in die Ölgewinnung in Westkanada. Aktuell werden täglich 1,2 Millionen Barrel Öl mit hohem Energieeinsatz gefördert. Pro Barrel gewonnenen Öls werden 62 bis 176 Kilogramm CO2 freigesetzt – das sind drei bis fünf Mal so viel schädliche Klimagase wie bei der konventionellen Ölförderung.

Auf der kommenden UN-Klimakonferenz in Kopenhagen soll ein Nachfolge-Abkommen für das auslaufende Kyoto-Protokoll beschlossen werden. Durch die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls hat sich Kanada verpflichtet, seine Treibhausgas-Emissionen bis 2012 im Vergleich zu 1990 um sechs Prozent zu senken. Mit dem Ölsand-Abbau hat sich das Land von dieser Zielmarke jedoch weit entfernt. Nach wissenschaftlichen Schätzungen wird der zunehmende Ölsand-Abbau ab dem Jahr 2020 für über 40 Prozent der CO2-Emissionen in Kanada verantwortlich sein.

Hier sehen Sie einen Bericht, der auch von der betroffenen Bevölkerung handelt. Bereits junge Menschen erkranken dort seit einigen Jahren zunehmend an Krebs. Den Ureinwohnern wird die Nahrungsgrundlage entzogen, denn die mutierten und schadstoffbelasteten Fische aus dem Fluss sind durch den Ölsand-Abbau gesundheitsgefährdend geworden.


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