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40 Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee – hoffentlich an verträglichen Standorten

Freitag 18. September 2009 von birdfish



Der NABU hat die Entscheidung des Bundeskabinetts zum Ausbau der Offshore-Windenergie in Nord- und Ostsee als ein eindeutiges Bekenntnis zu den erneuerbaren Energien begrüßt.

Offshore-Windpark
Offshore-Windpark – (c) Rebel – Fotolia.com

In der von der Bundesregierung verabschiedeten Verordnung über die Raumordnung in der Nordsee werden verschiedene Nutzungsinteressen wie Naturschutz, Schifffahrt und Windenergie koordiniert. Auf der Basis dieser Planung soll Deutschland bis 2020 mit 40 Windparks den europäischen Spitzenplatz einnehmen. „Diese Initiative kommt zur rechten Zeit, da die großen Energiekonzerne derzeit offenbar lieber auf eine Verlängerung der Laufzeiten von veralteten Atommeilern setzen als auf den Bau von neuen Windparks auf dem Meer“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Der NABU befürchtet, dass die Energiekonzerne mögliche Investitionen in die Windparks auf dem Meer stornieren, falls eine neue Bundesregierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängern würde. Denn bei einem ehrgeizigen Ausbau der Offshore-Windenergie bliebe für Atomstrom nicht genügend Platz im Netz. „Warum sollten sich E.on, Vattenfall und Co. Konkurrenz für ihre eigenen Atom-Goldesel züchten? Ein Ausstieg aus dem Atomausstieg wäre daher auch ein Ausstieg aus der Offshore-Windenergie“, so NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse. Das Ausbauziel der Bundesregierung für die Windenergie auf See sei daher nur erreichbar, wenn am Atomausstieg festgehalten werde.

Der NABU warnte aber davor, den notwendigen Ausbau der Offshore-Windkraft auf Kosten der Meeresumwelt voranzutreiben. „Leider ist es nicht gelungen, zwischen Umwelt- und Wirtschaftsinteressen zu vermitteln“, kritisierte NABU-Meeresschutzexperte Kim Detloff. Nach dem Willen der Bundesregierung dürften Windparks überall abseits bereits etablierter Schutzgebiete geplant werden, egal wie sensibel oder wie stark belastet ein Lebensraum bereits durch andere menschliche Einflüsse ist. „Etwas mehr Steuerung und etwas weniger Wildwuchs wäre wünschenswert“, so Detloff.

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