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Genaueste Bestimmungen von CO2

Samstag 19. September 2009 von birdfish



In der vergangenen Woche berieten sich in Jena die Experten für die genauesten Messungen von CO2 und anderen atmosphärischen Spurengasen.

Fachtagung zu CO2-Messungen
Fachtagung zur Messung von CO2 – (c) Max-Planck-Institut für Biogeochemie

Das Treffen wurde von der Welt-Meteorologie-Organisation (WMO) und der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) als Träger veranstaltet und vom Max-Planck Institut für Biogeochemie in Jena organisiert und durchgeführt.
Die Wissenschaftler diskutierten den derzeitigen Stand der Messtechnik sowie die Beobachtungsstrategie, um die Entwicklung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre global zu erfassen. Die Ergebnisse werden in Empfehlungen der WMO zusammengefasst, nach denen sich das globale Netzwerk an Beobachtungsstationen (“Global Atmosphere Watch”) ausrichtet.

Ein Schwerpunktthema der Tagung waren Neuerungen in der Meßtechnik, insbesondere neue Laser-Absorptionsverfahren, die eine verbesserte Präzision bei vermindertem Aufwand für die Analyse von CO2 und Methan versprechen. Auch die Rolle von atmosphärischem Wasser sowie Kohlenmonoxid (CO) und Lachgas (N2O) kann mit diesen neuen Techniken einfacher studiert werden. Archivierung und weltweite Verfügbarkeit von Meßdaten waren ein weiterer Fokus. Der Informationsfluß von den Experten für die Messungen hin zu den Spezialisten für die Klimamodelle und das Verständnis der jeweiligen Präzision und Richtigkeit der Meßdaten über lange Zeiträume soll verbessert werden.

Die politische Bedeutung der atmosphärischen Messungen wurde in einem Vortrag von Prof. Ingeborg Levin von der Universität Heidelberg besonders deutlich. Am Beispiel eines fluorierten Treibhausgases (Schwefelhexafluorid, SF6) konnte Prof. Levin zeigen, wie mit atmosphärischen Messdaten falsche Angaben aus Emissionskatastern widerlegt werden können. In diesen Wochen wird über das Kopenhagen-Abkommen verhandelt, bei dem konkrete Emissionsminderungsziele für die einzelnen Vertragsstaaten erwartet werden. Atmosphärische Messungen könnten diese vereinbarten Ziele auch für CO2 verifizieren, wenn das Messnetz entsprechend ausgebaut und die Richtigkeit der Messungen sichergestellt wird. Mit dem japanischen Satelliten GOSAT, der seit Februar 2009 die Erde umkreist, wird ein neuer Datensatz von atmosphärischen CO2-Konzentrationen erfaßt. Dieser Datensatz unterscheidet sich von den Messreihen der klassischen Beobachtungsstationen dadurch, dass die mittlere Konzentration der kompletten Luftsäule vom Boden bis ins All über den gesamten Erdball beobachtet werden kann, jedoch mit deutlich reduzierter Genauigkeit. Eine wesentliche Aufgabe ist daher die Validierung dieser Daten mit parallelen Messungen anderer Verfahren.

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