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Meeresforscher tagen in Berlin zu Fischerei, Klimawandel bis zur marinen Biodiversität

Mittwoch 23. September 2009 von birdfish



Diese Woche kommen in Berlin rund 650 Meeresforscher, Fischereibiologen und Wissenschaftsmanager zusammen, um sich über neue Wege zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Weltmeere auszutauschen.

Fischerboot
(c) Rike / Pixelio

Anlass ist die Jahrestagung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES), die gemeinsam mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium und dem Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei, ausgerichtet wird.
Topthemen der Tagung sind der Klimawandel, die Europäische Fischereipolitik, die biologische Vielfalt der Meere, fischereibiologische Grundlagenforschung, Fischverhalten sowie Wechselwirkungen zwischen Fischen aus Aquakulturen und Wildbeständen.

Wissenschaftler sagen für dieses Jahrhundert eine Erwärmung des Nordatlantiks um rund 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt voraus. Das mag dem Laien wenig erscheinen, hat jedoch erhebliche Auswirkungen auf die zeitliche und mengenmäßige Produktion des pflanzlichen Planktons. “Auf dieser Ressource baut ein vielfältig vernetztes Nahrungsgefüge auf, das bis zu den Speisefischen und damit letztlich auch bis zum Menschen als Endverbraucher reicht”, sagt Dr. Cornelius Hammer, Leiter des vTI-Instituts für Ostseefischerei und Vizepräsident des ICES. Die Fischereiforschung steht hier vor großen Herausforderungen, gilt es doch, Bewirtschaftungskonzepte zu erarbeiten, die den veränderten Bedingungen Rechnung tragen.

In drei Jahren steht eine Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU an. Im Vorgriff darauf werden jetzt auf der ICES-Jahrestagung wichtige Grundlagen erörtert, denn die neue Fischereipolitik der EU soll ab 2013 das Fischereimanagement enger mit den Umweltansprüchen verzahnen. So soll bei der Bewirtschaftung der Fischbestände der ökosystemare Aspekt künftig stärker in den Vordergrund rücken.

Welche neuen Methoden und Techniken gibt es, die Vielfalt der Meereslebewesen abzuschätzen und Wechselbeziehungen zwischen den Arten zu erforschen? Auf der Tagung werden neue molekulargenetische Ansätze und die Arbeit mit biochemischen Markern vorgestellt. Letztlich geht es darum, die Funktion der marinen Ökosysteme besser zu verstehen.

Die weltweit steigende Nachfrage nach Fisch hat dazu geführt, dass Fisch in immer stärkerem Maße auch in Fischfarmen kultiviert wird. In unseren Breiten trifft dies im Meer vor allem auf Lachs und in bescheidenerem Umfang auf andere Arten zu. Dazu ist es zum einen notwendig, mehr über den Lebenszyklus und die Ansprüche der einzelnen Arten zu wissen. Andererseits müssen Umweltaspekte und Fragen der Fischgesundheit beachtet werden. Auch hierzu werden die Wissenschaftler viele neue Antworten geben.

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