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Schnellstens müssen politische Hindernisse für das Klimaabkommen beseitigt werden

Dienstag 13. Oktober 2009 von birdfish



In Bangkok ist das vorletzte UNFCCC-Treffen vor dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen zu Ende gegangen.

Himmelsphänomene
(c) Dr. Peter Goebel / WWF

Die Delegierten haben zwar einige technische Fortschritte gemacht, aber der fehlende politische Rückhalt aus ihren Hauptstädten hat den notwendigen Durchbruch verhindert, erklärt der WWF.

„Der Verhandlungstext wurde um die Hälfte gekürzt, ist aber nicht viel besser geworden“, so Regine Günther, Klimachefin des WWF Deutschland. „In den wichtigsten Punkten, wie Finanzierungszusagen, Reduktionszielen und rechtlichen Rahmenbedingungen, ist man nicht voran gekommen.“ Nach Ansicht des WWF müsse den Entwicklungs- und Schwellenländer für Klimaschutz, die Anpassung an den Klimawandel sowie den Schutz der Wälder finanzielle Unterstützung in Höhe von 110 Mrd. Euro jährlich zugesagt werden.

In Bangkok sei klar geworden, wo die politischen Hindernisse liegen. „Jetzt ist es die Aufgabe der Regierungs- und Staatschefs, diese Hindernisse zu beseitigen“, so Günther. „Mit nur noch fünf verbleibenden Verhandlungstagen bis Kopenhagen, haben wir keine Zeit mehr zu verlieren.“ Die Delegierten bräuchten neue und klare politische Anweisungen für das nächste UNFCCC-Treffen im November in Barcelona. Nach Ansicht des WWF sollten die Staats- und Regierungschefs noch einmal zusammenkommen, bevor die Klimaverhandlungen in Kopenhagen ihren Höhepunkt erreichen.

Das Treffen in Bangkok habe gezeigt, dass nicht nur das fehlende Klimaschutzgesetz der USA die Verhandlungen behindert, sondern auch die Europäische Union durch mangelnde Initiative den Prozess bremst. „Die Führungsposition der EU sinkt von Tag zu Tag, weil die dringenden Fragen der Finanzierung nicht geklärt sind.“ Das Treffen des EU-Rats im Oktober würde eine gute Möglichkeit bieten, diese Haltung zu korrigieren.

NACHTRAG zur Information

Afrika fordert Entschädigung

“Zwei Monate vor dem UN-Klimagipfel zeigen sich die afrikanischen Staaten ge- und entschlossen. Sie verlangen von den Industrieländern eine finanzielle Kompensation für die Folgen des Klimawandels.

Der Klimawandel verschärft die Trinkwasserknappheit in den ärmsten Regionen der Erde Afrika werde auf dem Gipfel in Kopenhagen im Dezember erstmals mit einer gemeinsamen Haltung auftreten, sagte AU-Präsident Jean Ping am Sonntag beim 7. Weltentwicklungsforum in der burkinischen Hauptstadt Ouagadougou. „Wir werden mit einer Stimme sprechen und Entschädigungen fordern“, erklärte Ping ohne Nennung eines konkreten Betrags. [...]”

Die Meldung im Original lesen sie hier bei Radio Afrika.

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2 Kommentare über “Schnellstens müssen politische Hindernisse für das Klimaabkommen beseitigt werden”

  1. birdfish schrieb:

    Weltklimavertrag auf der Kippe?

    “Im Dezember soll in Kopenhagen ein neuer Weltklimavertrag verabschiedet werden. Doch ob das Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls wirklich zustande kommt ist fraglich. Beim vorletzten Vorbereitungstreffen in Bangkok sind sich Industriestaaten und Entwicklungsländer nicht näher gekommen.”

    Kompletter Beitrag bei tagesschau.de (auch als Tonbeitrag)

  2. birdfish schrieb:

    “Wenn sich die Staatschefs der Welt auf dem Kopenhagener Klimagipfel für ein gemeinsames Investments in die Ökosysteme entscheiden, dürfte auch der Handel mit CO2-Zertifikaten noch weiter zulegen. Die weltweit 25 Klimabörsen müssen sich enger vernetzen, um einen effektiven Handel garantieren zu können. [...]”

    “Treibhausgas erhält ein Preisschild”, Handelsblatt vom 15.10.09

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