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Koalition auf Laufzeitverlängerung festgelegt – Finanzierung von Ökoenergien unsicher

Montag 19. Oktober 2009 von birdfish



Irgendwann soll der Anteil Erneuerbarer Energien 100 Prozent betragen. Da seien sich die Koalitionsparteien einig.

Biblis: Risiken wachsen
Auch im AKW Biblis ist das Sicherheitsproblem vorhanden – (c) setcookie / Pixelio

“Wir haben einen großen Schwerpunkt, und das ist ein wesentlicher Schwerpunkt, auf die regenerativen Energien gelegt.” so Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).
Was sich zunächst positiv anhört wird jedoch zugleich relativiert mit der Botschaft, dass sich CDU und FDP auf längere Atom-Laufzeiten festgelegt haben. Mit dem beschwichtigenden Zusatz, dass die Atomkraft jedoch nur eine Übergangstechnologie sei. Ein Energiekonzept der Koalition soll es bereits geben, die geänderten Laufzeiten der maroden Atomkraftwerke wurde jedoch noch nicht fixiert. Die “Berliner Zeitung” will jedoch aus Koalitionskreisen erfahren haben, dass die Atommeiler 10 Jahre länger laufen sollen als seinerzeit festgelegt.
Obgleich die Aussage, dass Atomkraft für preiswerten Strom sorgt, durch zahlreiche, seriöse Studien widerlegt wurde und diverse Umfragen in der Bevölkerung bereits konstatierten, dass diese das Märchen vom Geldsparen durch Atomstrom nicht mehr glauben (gerade mal 4% glaubten daran nach einer Infratest-Umfrage im September), trotz allem wird in Berlin immer noch verkündet, dass die Laufzeitverlängerungen für einen günstigeren Strompreis sorgen werden. Klar ist jedoch, dass es Milliarden von Euro zusätzliche Gewinne gibt durch die längeren Laufzeiten. Geld, dass die Regierung gern abschöpfen würde.

Dass die Planungen für den Ausbau Erneuerbarer Energien bereits gut gediehen sind, das meint auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU). Allerdings ergänzt sie auch, dass da einiges noch unter Finanzierungvorbehalt stünde. Die Solarförderung zum Beispiel.

Und schließlich überrascht die Koalition auch in der Endlagerfrage nicht. Trotz Bekanntwerdens, dass Gorleben niemals als Untersuchungsobjekt in Frage gekommen wäre. Trotz Bekanntwerdens, wie in Sachen Gorleben getrickst und gekungelt wurde, hält man am Standort fest. Aller Widerstände zum Trotz wollen Union und FDP Gorleben als Endlager weiter untersuchen lassen. Sie haben schließlich keine vorzeigbare Alternative.

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