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An der niederländisch-deutschen Grenze soll ein Atomkraftwerk gebaut werden

Mittwoch 21. Oktober 2009 von birdfish



Borssele ist eine kleine Gemeinde im niederländischen Zeeland.

AKW Borssele
Greenpeace Aktivisten malen großen Riss auf die Kuppel des niederländischen AKW Borssele – (c) Thomas Schlijper / Greenpeace

Seit 1969 gibt es dort ein Kernkraftwerk und nun will der Delta-Konzern dort ein zweites bauen. Über die Bauart ist noch nichts entschieden, allerdings hat das Verfahren der Umweltverträglichkeitsprüfung bereits begonnen. Innerhalb dieses Verfahrens ist es Anwohnern möglich, erste Einwände einzureichen. Aufgrund der Grenznähe gilt dies – ganz offiziell – auch für Menschen mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen.

Der Druckwasserreaktor wurde von Siemens-KWU errichtet und ging im Oktober 1973 in den kommerziellen Betrieb. Anlass für den Bau war, dass im benachbarten Vlissingen eine Aluminiumfabrik errichtet wurde, die große Mengen Energie zu niedrigen Preisen benötigte. In den 1990er Jahren wurde das AKW modernisiert.

Im Jahre 1994 beschloss die niederländische Regierung, das AKW bis spätestens 2004 zu schließen. Doch ein niederländisches Gericht entschied anders: Das AKW durfte seinen Betrieb fortsetzen. Die damalige Regierung hob daraufhin den Schließungsbeschluss auf und verwies auf die im Kyoto-Protokoll eingegangenen Verpflichtungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Im Januar 2006 wurde öffentlich, dass das Kraftwerk bis zum Jahr 2034 weiterbetrieben werden soll.

Planungen für einen zweiten Block

Im Juni 2009 leitet Delta ein Verfahren ein, das ein Baugesuch für einen zweiten Kernkraftwerksblock in Borssele vorbereitet. Nach Planung soll die Bewilligung 2012 vorliegen, ein Jahr später könnte der Bau beginnen und 2018 das neue AKW in Betrieb gehen. Der Reaktortyp ist noch nicht bekannt, nur, dass das AKW eine Leistung von 1000 bis 1600 Megawatt bringen soll.

Das derzeitige Vorverfahren ist eine grenzüberschreitende Öffentlichkeitsbeteiligung, zu der sich die Vertragsstaaten der Espoo-Konvention verpflichtet haben. Nach der Espoo-Konvention ist den betroffenen Bürgern ebenso wie der niederländischen Öffentlichkeit Gelegenheit zur Beteiligung zu geben.

Bürgerinnen und Bürgern sowie Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen ist es möglich, bis zum 12. November 2009 (es zählt das Datum des Poststempels) formlos Stellungnahmen abzugeben. Sie können auf Deutsch an das niederländische Ministerium für Wohnungswesen, Raumordnung und Umwelt der Niederlande (VROM) geschickt werden.

Sie wohnen auch in NRW und möchten kein weiteres AKW in Ihrer Nähe? Dann schreiben sie an: Ministerie VROM, Directoraat-Generaal Milieu, Directie risicobeleid/IPC 645, Postbus 30945, NL-2500 GX Den Haag.

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