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Expertentreffen zur Ozeanversauerung

Mittwoch 28. Oktober 2009 von birdfish



Am Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) kommen in dieser Woche mehr als 100 Wissenschaftler zum ersten Expertentreffen im Rahmen von BIOACID zusammen.

Erstes Expertentreffen zur Ozeanversauerung
Mehr als 100 Experten trafen sich in Kiel zum Kick-off des Projekts BIOACID – (c) Maike Nicolai / IFM-Geomar

BIOACID ist das weltweit erste nationale Forschungsprogramm zur Ozeanversauerung. Es soll die möglichen Folgen der zunehmenden Ozeanversauerung auf marine Ökosysteme abschätzen.

Welche Folgen hat die Ozeanversauerung auf die im Meer lebenden Organismen – die winzigen Einzeller, die Fische und Korallen oder die Wale? Passen sich Pflanzen und Tiere den sich wandelnden Bedingungen an? Welche Prozesse verhindern oder begünstigen diese Anpassung? Welche Konsequenzen ergeben sich für das Ökosystem Meer und für unser Klima? Fragen wie diese will das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt BIOACID (Biological Impacts of Ocean ACIDification, Biologische Einflüsse der Ozeanversauerung) beantworten. Unter der Federführung des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) in Kiel arbeiten Meeresbiologen, -chemiker und -physiker vereint mit Molekularbiologen, Paläontologen, Medizinern und Mathematikern fachübergreifend zusammen.

Ziel des vom 27. bis 29. Oktober 2009 stattfindenden Treffens ist es, die Vernetzung der geplanten Forschungsaktivitäten und deren Integration in nationale und internationale Forschungsvorhaben voranzutreiben. Mehr als 100 Experten aus 14 Partnerinstituten werden in BIOACID in disziplinübergreifenden Forschungsprojekten kooperieren. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Heimatmeeren Nord- und Ostsee, sowie durch Ozeanversauerung besonders bedrohten Ökosystemen in den Polargebieten und den Tropen.

„Die Ozeanversauerung stellt eine nachhaltige Veränderung der marinen Umwelt dar, die die Organismen in dieser Geschwindigkeit noch nicht erlebt haben“, erläutert Projektleiter Prof. Dr. Ulf Riebesell vom IFM-GEOMAR. „Was dies für die marinen Ökosysteme bedeutet, ist bisher kaum bekannt“, so Riebesell weiter. „Mit BIOACID bündeln wir die Expertise, die wir in Deutschland zu diesem Thema besitzen, um so schneller Antworten auf die vielen noch offenen Fragen zu bekommen. Ich freue mich, dass wir nun endlich anfangen können“.

Das mit 8,9 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt ist zunächst über einen Zeitraum von drei Jahren angelegt. Von der Gesamtfördersumme fließen 2,5 Millionen Euro an das Kieler Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, dass das Projekt koordiniert.

Die Website zum BIOACID-Projekt (engl.)

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