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Klimafolgenforschung nun auch in Köln – Anpassungmaßnahmen werden geprüft

Mittwoch 28. Oktober 2009 von birdfish



Der Klimawandel ist in Nordrhein-Westfalen angekommen.

Hochwasserstände in Köln
Wird man sich an “historische Hochwasserstände” gewöhnen müssen? – (c) Siegfried Bellach

Insbesondere in den Städten und stark verdichteten Ballungszentren sind die Folgen zu spüren: Sommerliche Starkniederschläge und überlastete Kanalnetze können zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führen und Hitzewellen bedrohen in den Städten die Gesundheit der Bevölkerung.

Das Weißbuch der Kommission der Europäischen Gemeinschaften „zur Anpassung an den Klimawandel: Ein europäischer Aktionsrahmen“ fordert, dass speziell für städtische Ballungszentren mögliche Gesundheitsgefährdungen durch eine verstärkte und andauernde Aufheizung sowie andere Extremereignisse wie Starkniederschläge untersucht werden.
Dazu haben jetzt der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW einen Kooperationsvertrag geschlossen.
Für die Metropole Köln sollen Untersuchungen über Art und Umfang der zukünftigen Veränderung durch den Klimawandel und notwendige Maßnahmen zur Anpassung durchgeführt werden. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Köln. Finanziert wird das Projekt vom DWD und dem Landesumweltministerium.
Somit sollen die Kompetenzen für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimatologie in diesem Projekt zusammenfließen. Das gemeinsame Ziel ist ein großer Schritt zu einer klimagerechten Stadt Köln, die auf Dauer die Herausforderungen des Klimawandels bewältigen kann.

Der Deutsche Wetterdienst wird ein umfangreiches Messprogramm in Köln durchführen. An mehreren Messstationen werden Temperatur, Feuchte, Wind, Niederschlag und Strahlung gemessen. Begleitend werden Messfahrten durchgeführt, um räumliche und zeitliche Temperaturunterschiede innerhalb des Stadtgebiets auf zu zeigen und mögliche Brennpunkte zu identifizieren.
Mit Klimamodellrechnungen, so genannten Klimaprojektionen, werden Aussagen für die Stadt Köln abgeleitet: Mit dem DWD-Stadtklimamodell MUKLIMO_3 werden Berechnungen mit einer räumlichen Auflösung von etwa 50 Metern durchgeführt. Dies erlaubt detaillierte Aussagen zur Temperatur und somit zu möglichen Wärmebelastungszonen in Köln. Wesentlicher Vorteil dieser Simulationen mit dem Rechenmodell MUKLIMO_3 ist die Möglichkeit, die Auswirkungen von Eingriffen und Veränderungen in das System „Stadt“ gezielt untersuchen zu können, ohne dies schon wirklich umgesetzt zu haben.

Sommerliche Starkniederschlagsereignisse können in Städten zu hohen Sach- und Infrastrukturschäden durch Überflutungen führen. Im Projekt wird untersucht, ob aufgrund des Klimawandels in einer Millionenstadt wie Köln zukünftig häufiger mit sommerlichen Starkniederschlagsereignissen zu rechnen ist. Auch soll die Frage untersucht werden, ob langfristig das städtische Kanalnetz die zu erwartenden Mengen bei Starkregen aufnehmen kann. Die typischen Zeiträume einer vorausschauenden Stadtentwicklung reichen heute bis zum Jahr 2030 oder sogar bis 2050. Damit ist klar: Stadtentwicklung muss heute schon die künftigen Auswirkungen des Klimawandels berücksichtigen.

Anhand der Projektergebnisse können konkrete Planungsempfehlungen für die Stadt Köln abgeleitet werden. Für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung müssen aktuelle Trends und Konzepte (Verdichtung der Städte, innenstadtnahes Wohnen) im Lichte einer Anpassung an den Klimawandel gegebenenfalls neu überdacht oder modifiziert werden.

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