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Eine bessere Zusammenarbeit zwischen Waldwirtschaft und Naturschutz fördern

Samstag 31. Oktober 2009 von birdfish



Eine umfassende Studie erhebt jetzt die Auswirkungen der FFH-Richtlinie auf die Forstwirtschaft.

CO2-Speicher deutscher Wald
Deutsche Wälder speichern im Schnitt 120 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar – (c) Michael Welling

Morgen startet ein Verbundprojekt, das die ökonomischen Auswirkungen der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) auf die Forstwirtschaft bewertet und besonders effiziente Maßnahmen zu deren Umsetzung identifiziert. Die Projektpartner, die Forstliche Versuchsanstalt Baden-Württemberg (FVA), das Johann-Heinrich von Thünen Institut (vTI) und das Beratungsunternehmen Becker, Borchers, Wippel analysieren dazu bestehende FFH-Managementpläne und machen Vorschläge für deren Optimierung.

Gefördert wird das zweijährige Vorhaben mit 418.000 Euro vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Von dem Vorhaben werden wichtige Erkenntnisse für die “Waldstrategie 2020″ des BMELV erwartet.

Schätzungen des vTI gehen davon aus, dass etwa 17 Prozent der Waldfläche in Deutschland als FFH-Gebiete ausgewiesen wurden. Die Schutzgebiete sollen insbesondere dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienen, haben unter Umständen jedoch nicht unerhebliche Folgen für die betroffenen Waldbesitzer, die zum Beispiel weniger Holz einschlagen dürfen. Den Umfang der tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen durch höheren Aufwand oder geringere Holzernte genau zu quantifizieren, ist eine wesentliche Aufgabe der geplanten Studie. Es wird schon seit längerem diskutiert, die Naturschutzleistungen der Forstwirtschaft finanziell zu kompensieren, bislang fehlten jedoch entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen, um diese Forderungen mit konkreten Zahlen zu untermauern.

Ein weiteres Ziel des Vorhabens ist es, besonders kosteneffiziente Maßnahmen herauszuarbeiten, um bei möglichst geringem Aufwand möglichst viel für Natur und Gesellschaft zu erreichen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Erstellung von FFH-Managementplänen zur effizienten Umsetzung der Schutzziele künftig deutlich zu erleichtern. Die Projektnehmer wollen so den Dialog zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz nicht nur versachlichen, sondern auch konstruktiver gestalten.

Funktioniert der Kompromiss aus Nützen und Schützen, bringt dies Vorteile für beide Seiten: Der Rückgang der biologischen Vielfalt wird gebremst, ohne Arbeitsplätze in der Forstwirtschaft zu gefährden. Zugleich ist die Produktion des aus Umwelt- und Klimaschutz-Sicht wohl vorteilhaftesten Roh- und Brennstoffes Holz gesichert.

Nicht zuletzt die Ergebnisse der aktuellen “Inventurstudie 2008″ zeigen, dass eine gestiegene Holznachfrage und eine nachhaltige Waldwirtschaft kein Widerspruch sein müssen. Laut der Erhebung ist der Holzvorrat in Deutschland seit dem Jahr 2002 weiter gewachsen.  Auch die ökologisch bedeutsamen Mischwaldanteile und der Altersklassenaufbau haben sich kontinuierlich weiter verbessert.

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