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Das Wüstenstrom-Projekt DESERTEC – die neue Gesellschaft nimmt Ihre Arbeit auf

Montag 2. November 2009 von birdfish



Das Wüstenstromprojekt geht voran.

Solaranlage PS10 in Südspanien
Luftaufnahme der PS10 Solaranlage in Südspanien. – (c) Markel Redondo / Greenpeace

Eine einzigartige Industrie-Initiative mit dem Ziel einer sicheren, nachhaltigen und klimafreundlichen Energieversorgung aus den Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens (MENA) hat zum Wochenende ihre Arbeit aufgenommen. Zwölf Unternehmen und die DESERTEC Foundation haben in München die DII GmbH gegründet. Ziel der DII ist eine zügige Umsetzung des von der DESERTEC Foundation entwickelten DESERTEC-Konzepts. Die DII soll nach sorgfältiger Analyse die geeigneten Rahmenbedingungen für Investitionen entwickeln, die notwendig sind, um die MENA-Region und Europa mit Sonnen- und Windenergie zu beliefern. Das langfristige Ziel ist, einen erheblichen Anteil des Strombedarfs für die MENA-Region und 15% des europäischen Strombedarfs zu erzeugen.

Paul van Son, neuer Geschäftsführer der DII GmbH: „Wir sehen in der DESERTEC-Vision einen ganz entscheidenden Baustein für den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung für die MENA-Staaten und Europa. Jetzt ist die Zeit, aus dieser Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Durch intensive Zusammenarbeit und einen interkulturellen Dialog wollen wir eine solide Basis dafür schaffen, dass Investitionen in erneuerbare Energien und miteinander verbundene Stromnetze möglich werden. Der Schwerpunkt der Arbeit der DII wird auf den ökonomischen, technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen liegen, die für ein erfolgreiches Umsetzungskonzept notwendig sind. Mittels früher Referenzprojekte wollen wir für die DII und andere Initiativen wertvolle Erkenntnisse für weitere Umsetzungspläne sammeln.“

Die Industrie-Initiative hat seit ihrer Bekanntmachung im Juli Unterstützung von einer Vielzahl politischer Institutionen in den MENA-Ländern und in Europa bekommen. So beabsichtigt die DII, eng mit dem Mittelmeer-Solarplan (MSP) zusammenzuarbeiten. Der Mittelmeer-Solarplan ist eine im Jahr 2008 unter der französischen EU-Ratspräsidentschaft gestartete Initiative. Ziel ist die Vertiefung der Nord-Süd-Beziehungen durch die Förderung von nachhaltigen Energieprojekten. Beide Initiativen – der MSP als politische und die DII als privatwirtschaftliche – verfolgen ähnliche Ziele und können sich daher gegenseitig unterstützen.

Die Gesellschafter der DII sind sich einig, dass wirkungsvolle Klimaschutzmaßnahmen nötig sind. Torsten Jeworrek, Mitglied des Vorstands von Munich Re im Namen der DII Gründungsmitglieder: „Die Frage ist nicht, ob wir etwas tun sollten, sondern wie wir einer weiteren Erhöhung der Treibhausgase in der Atmosphäre effektiv entgegenwirken können und wie dieses Ziel auf intelligente Weise erreicht werden kann, so dass Ökonomie und Umwelt gleichermaßen profitieren können. Vor dem Hintergrund des bedeutenden UN-Klimagipfels in Kopenhagen zeigt unsere gemeinsame Industrie-Initiative, wie Geschäftspotenziale für Unternehmen mit Nachhaltigkeitszielen vereinbar sind.“

Greenpeace bewertete den eher formalen Akt der Gründung als Meilenstein zur Realisierung der Vision. Mit der Gründung der Gesellschaft beweise die Industrie, dass es sich bei dem Projekt um mehr als hohle Worte handelt. Nun könne begonnen werden, einen Fahrplan für zukünftige Entscheidungen zu erarbeiten.

Die deutsche Bundesregierung müsse nun unterstützend wirken und mit den Partnern in der EU, in Afrika und dem Nahen Osten die politischen Rahmenbedingungen für die Nutzung von Wüstenstrom schaffen.

Zugleich mahnte Greenpeace die Unternehmen, dass sie nicht nur ihre Profite im Auge haben dürften, sondern auch die Zusammenarbeit mit den afrikanischen Ländern fördern müssten.

Unser Glossareintrag zu Wüstenstrom und Solarthermischen Anlagen.

Unser Eintrag für Material und Pressespiegel zu Wüstenstrom und Solarthermischen Anlagen.

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