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Nachhaltiges Bauen durch klimagerechte Architektur – Projekt Bauhaus.SOLAR

Dienstag 3. November 2009 von birdfish



Wie passen Klimaschutz und Baukultur zusammen?

Vor der Bauhaus.SOLAR
Solarmodule vor der Erfurter Messe – (c) Bauhaus.SOLAR

Wie sollen Städte und Häuser im Zeitalter der Energiewende aussehen? Diesen und anderen Fragen widmet sich der Kongress Bauhaus.SOLAR, der in diesem Jahr zum zweiten Mal in Thüringens Solarmetropole Erfurt stattfindet.
Ein geschärftes Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung könnte Deutschland auch zum Vorreiter klimagerechter Architektur machen. Den dafür erforderlichen Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne sowie zwischen Design und Technik haben sich die Veranstalter des zweitägigen Kongresses auf die Fahnen geschrieben. “Die Integration der Solarmodule in die Fassade des Gebäudes ist eine der wichtigsten Aufgaben und eine designerische Herausforderung für die gesamte Solarbranche”, betont Hubert Aulich, Chef der Erfurter PV Crystalox Solar und Vorsitzender des Vereins Solarinput, der den Kongress im letzten Jahr ins Leben rief. “Wir brauchen Innovationen, welche die neuen, ressourcenschonenden Technologien mit modernem Design verbinden“, sagt Aulich.

Davon soll auch das “solarvalley mitteldeutschland” profitieren, ein Zusammenschluss von Solarunternehmen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, das sich zu einem der weltweit führenden Netzwerke für Solartechnik entwickelt hat. In Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar, welche den Kongress wissenschaftlich begleitet, soll eine neue Generation von Architekten, Entwicklern, Planern und Konstrukteuren ausgebildet werden. “Die Bauhaus-Universität Weimar vermittelt ihren Studierenden diese zukunftsweisenden Inhalte zum Beispiel in Form des energiebasierten Entwerfens oder der Anwendung von modernen Simulationswerkzeugen”, erklärt deren Rektor Professor Gerd Zimmermann. Nachdem in der Solarbranche bereits rund 70.000 Beschäftigte arbeiten, sollen so auch im gesamten Baubereich Tausende qualifizierter Arbeitsplätze entstehen. “Wir wollen dafür die Grundlagen schaffen, denn der gestalterisch anspruchsvolle Umgang mit dem Thema Energie in der Architektur ist eine Aufgabe, der heranwachsende Generationen von Planern gewachsen sein müssen”, so Zimmermann.

In der Immobilienwirtschaft ist man bereits fest davon überzeugt, dass sich auch der “grüne Wert” von Immobilien verstärkt als Maßstab etablieren wird, denn Investitionen in die Effizienz von Gebäuden amortisieren sich bei steigenden Energiepreisen immer schneller. Gebäude sind deshalb auch aus Renditeaspekten umso attraktiver, je nachhaltiger sie sind. Dass dabei die Bereitschaft von Investoren wächst, Bürogebäude auch mit Solartechnik auszustatten, zeigen viele Beispiele u.a. aus Deutschland, Großbritannien, Italien und der Schweiz, die auf dem Kongress vorgestellt und diskutiert werden.

Neben dem Neubau sind auch Optimierungsmöglichkeiten bei Bestandsimmobilien Thema des 2. Kongresses Bauhaus.SOLAR, denn bislang werden nur zwischen ein und zwei Prozent der Altbauten in Deutschland jedes Jahr energetisch saniert. Mit aktuellen Beispielen, bei denen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen und die derzeitigen Fördermöglichkeiten vorgestellt werden, will der Kongress neben den Architekten und Planern auch die Baugesellschaften und Kommunen über die vielfältigen Möglichkeiten der Bestandssanierung informieren.

Auf einer begleitenden Fachausstellung präsentieren Firmen innovative Baumaterialien und Technologien. Die Bauhaus-Universität Weimar, die in diesem Jahr das 90. Gründungsjubiläum des Staatlichen Bauhauses Weimar feiert, zeigt darüber hinaus im Rahmen des Kongresses Experimentalbauten in die Solartechnik integriert wurde, wie das Screenhaus.SOLAR .

Bauhaus Solar – 11.-12. November 2009 in Erfurt

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Ein Kommentar über “Nachhaltiges Bauen durch klimagerechte Architektur – Projekt Bauhaus.SOLAR”

  1. birdfish schrieb:

    Klimaschonende Architektur hat Zukunft – diesen Beweis tritt das Screenhaus.SOLAR der Bauhaus-Universität Weimar seit diesem Sommer an.

    Nun wird das nachhaltig geplante und klimaschonend erbaute Solarkino für sein zukunftsfähiges Konzept prämiert und 2010 als ein “Ort im Land der Ideen” gekürt, das gaben am Donnerstag, dem 19. November 2009, die Initiatoren des bundesweiten Wettbewerbs bekannt.
    Prof. Jürgen Ruth und sein Team, die das Screenhaus.SOLAR konzipiert und errichtet haben, freuen sich über Auszeichnung: “Wir sind überzeugt davon, dass Architektur und Bauwesen sich in der Zukunft enorm wandeln müssen, um ressourcen- und klimaschonende Lösungen anzubieten. Wir forschen permanent an tragfähigen Konzepten. Daher freut es uns sehr, dass das Screenhaus, eines unserer ersten verwirklichten Gebäude, nun als Beispielprojekt prämiert wird.”

    Im nächsten Frühsommer, am 3. Juni 2010, können Besucher das Screenhaus aus der Nähe erleben und ausführlich die dahinter steckende Idee kennen lernen. In einem abwechslungsreichen Programm unter dem Motto “Bauhaus.SOLAR Now!” präsentieren sich im Screenhaus zahlreiche Projekte aus der Bauhaus-Universität Weimar, die sich dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben haben. Vertreten sein werden zukunftsfähige Konzepte aus allen Fakultäten der Universität: Architektur, Bauingenieurwesen, Gestaltung und Medien. Abends erfüllt das Screenhaus.SOLAR dann seine namensgebende Funktion. Mit dem tagsüber eingefangenen Licht, das in Strom umgewandelt wurde, werden in der Kino-Lounge studentische Filme gezeigt.

    Für das Jahr 2010 hatten sich bundesweit mehr als 2.200 Forschungsinstitute und Unternehmen, Kultureinrichtungen sowie soziale Initiativen für die Auszeichnung “Ausgewählter Ort 2010″ beworben. Der Wettbewerb “Deutschland – Land der Ideen” wurde bereits zum sechsten Mal ausgelobt. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler und wird getragen von der Bundesregierung und der Wirtschaft, vertreten durch den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und führende Unternehmen.

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