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Handwerker beraten mit Energie-Check – Klimakampagne der DBU voller Erfolg

Samstag 14. November 2009 von birdfish



Deutsche sanieren ihre Häuser häufiger als gedacht.

Wärmedämmung unterm Dach
Wärmedämmung ist der Energie-Einspar-Faktor Nummer Eins – (c) Viktor Mildenberger / Pixelio

Jeder zweite kostenlose Energie-Check im Rahmen der bundesweiten Klimakampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) führt zu einem Auftrag im Handwerk. „Das übertrifft unsere Erwartungen. Wir sind davon ausgegangen, dass nur jeder vierte Eigentümer im Anschluss an unseren Service saniert“, freut sich DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Rund 9.500 speziell geschulte Handwerker prüfen mithilfe des Energie-Checks unverbindlich den energetischen Zustand von Ein- und Zweifamilienhäusern. In einer Befragung von 400 Eigentümern ermittelte das Marktforschungsunternehmen „Produkt + Markt“ jetzt, dass Hausbesitzer ein Jahr nach der DBU-Erstansprache durchschnittlich 24.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen aufgewendet haben. „Mit Hilfe der rund 70.000 durchgeführten Energie-Checks in 2009 werden Investitionen von 840 Millionen Euro für den Klimaschutz angestoßen“, betont Brickwedde.

Hausbesitzer ohne Energie-Check investieren deutlich weniger

Damit aber nicht genug: Die Hausbesitzer gaben an, dass sie erst zwei Drittel der geplanten Maßnahmen umgesetzt haben. Weitere Investitionen sollen noch folgen. Deutlich schlechter fielen die Ergebnisse in der Kontrollgruppe aus. Dort würden hochgerechnet 70.000 Personen nur 215 Millionen Euro investieren. In der Kontrollgruppe befragte „Produkt + Markt“ zum Vergleich Hausbesitzer, die den kostenlosen Service im Rahmen von „Haus sanieren – profitieren“ nicht genutzt haben.

Hausbesitzer setzen Bandbreite an Sanierungsmaßnahmen um

Die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen reichen vom Dach, der obersten Geschossdecke, über die Heizung bis hin zu neuen Fenstern. „Die Bandbreite der durchgeführten Schritte belegt, dass die von uns geschulten Handwerker ihre Kunden für Gesamtsanierungen sensibilisieren konnten“, so Brickwedde. Schließlich kämen 80 Prozent der Aufträge im Anschluss auch dem Handwerk wieder zugute. Zudem sei wichtig, eine Immobilie immer als Ganzes zu betrachten. Wer beispielsweise eine neue Heizung, aber nicht eine zusätzliche Außendämmung in Betracht ziehe, verschenke große Einsparpotenziale. Bei einer umfangreichen Sanierung könnte bis zu 90 Prozent Energie weniger verschwendet und auch Bauschäden durch schlechte Planung vermieden werden.

Nach Energie-Check empfiehlt die DBU ein ausführliches Gutachten

Da der kostenlose Energie-Check mithilfe eines Farbschemas nur einen groben Überblick über den Zustand des Hauses vermitteln kann, empfiehlt die DBU im Anschluss an die Erstansprache eine ausführliche Beratung durch einen Experten. Immerhin jeder dritte Befragte schlug diesen Weg ein und ließ sich ein detailliertes Energiegutachten erstellen. „Hochgerechnet konnten wir so mehr als 20.000 ausführliche Beratungen initiieren“, erläutert Brickwedde.

“Haus sanieren – profitieren” eine der größten Klimakampagnen

2007 gestartet entwickelt sich die mit fünf Millionen Euro von der DBU geförderte Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ zu einer der größten in Deutschland. Inzwischen organisieren über 200 Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften und Fachverbände Seminare für ihre Betriebe. Die Partnerbetriebe können etwa nach Routinearbeiten an Ein- und Zweifamilienhäusern Gutscheine für den kostenlosen Energie-Check verteilen und mithilfe des unabhängigen DBU-Infomaterials ihre Kunden beraten. Die nächste Projekt begleitende Befragung ist 2010 geplant.

Wer den Service im Rahmen von „Haus sanieren – profitieren“ haben möchte, findet hier geschulte Handwerker in der Nähe.

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Ein Kommentar über “Handwerker beraten mit Energie-Check – Klimakampagne der DBU voller Erfolg”

  1. birdfish schrieb:

    Zu Hause die Nase vorn, in Europa den Fuß auf der Bremse – Die Bundesregierung darf Energieeffizienz von Gebäuden nicht länger blockieren

    Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat am 16.11.09 die Bundesregierung aufgefordert, die Energie- und Geldverschwendung bei Gebäuden zu stoppen und sich in Brüssel für eine Verbesserung der Energieeffizienz alter Gebäude einzusetzen.

    Bisher lehnte die Bundesregierung zentrale Maßnahmen ab, die die Sanierung von ineffizienten Gebäuden voranbringen könnten. Sie will keine Ziele für den Ausbau von Niedrig- und Nullenergiehäusern im Gebäudebestand, keine finanziellen Anreize und auch keine verbindliche Vorreiterrolle für den öffentlichen Sektor.

    „Die Bundesregierung hat eigentlich keinen Grund, in der EU auf die Bremse zu treten, schließlich liegt Deutschland bei der Energieeffizienz von Gebäuden im europäischen Vergleich vorn“, betonte Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen Naturschutzrings.

    Die deutsche Wirtschaft würde als Marktführer bei grünen Technologien von mehr Energieeffizienz in den Nachbarländern besonders profitieren. Außerdem könnten die Abhängigkeit von fossilen Energien reduziert und die Energiekosten für Verbraucher gesenkt werden.

    Wenn die EU bei der Energieeffizienz von alten Gebäuden keine Fortschritte macht, wird sie ihre Klimaziele kaum schaffen. Denn Gebäude sind in Europa für mehr als ein Drittel des CO2-Ausstoßes verantwortlich. „Effizienz ist der günstigste Weg, die Klimaziele zu erreichen. Wer hier nicht handelt, kann nur den teuren Weg gehen wollen“, wunderte sich Hubert Weinzierl.

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