KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Meerjungfrau aus Eis demonstrierte vor dem Konferenzzentrum für den Klimaschutz

Dienstag 8. Dezember 2009 von birdfish



Eine Meerjungfrau aus Eis hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gestern zu Beginn des Weltklimagipfels vor das Konferenzzentrum “Bella Center” in Kopenhagen gestellt.

Demonstrierende Meerjungfrau
Kopenhagener Meerjungfrau aus Eis mit BUND-Transparent – (c) BUND

Mit der schmelzenden “Kleinen Meerjungfrau” – dem Wahrzeichen der dänischen Hauptstadt – demonstrierten dort mehrere Aktivisten der Umweltorganisation für ein wirksames Klimaschutzabkommen. Transparente wie “Kopenhagen muss gelingen, Klimaschutz jetzt!” und “A just agreement in Copenhagen, save the climate now!” unterstreichen ihr Anliegen.

Seit gestern verhandelt die internationale Gemeinschaft in Kopenhagen über ein neues Abkommen zum Schutz des Klimas, das die Verpflichtungen des Kyoto-Protokolls nach 2012 weiterführen soll. Das Zögern der Industriestaaten bei der Festlegung verbindlicher Klimaschutzziele und fehlende Zusagen von Finanzmitteln für Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen in den Entwicklungsländern dämpfen jedoch die Erwartungen an den Gipfel.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: “Die Klimaerwärmung auf unter zwei Grad zu halten ist eine der schwierigsten Aufgaben der Weltgemeinschaft. Gelingt dies nicht, werden die Schäden und das Leid durch Dürren, Hurrikans und Überschwemmungen alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Die Welt muss in Kopenhagen zeigen, dass sie wie beim Abkommen zum Schutz der Ozonschicht eine globale Umweltkrise abwenden und wirksame Klimaschutzmaßnahmen beschließen kann. Reichere Nationen wie die EU-Staaten müssen ihre Hausaufgaben machen und in ihren Ländern die Treibhausgase um 45 Prozent bis 2020 senken.”

Antje von Broock, BUND-Klimaexpertin und Beobachterin der Verhandlungen in Kopenhagen: “Die Industriestaaten müssen jetzt beweisen, dass es ihnen ernst ist mit dem Klimaschutz. Sie tragen die größte Verantwortung für den Klimawandel, deshalb müssen sie ihre CO2-Emissionen zuerst drastisch reduzieren und zugleich den armen Ländern helfen, die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Nur dann werden auch alle beim globalen Klimaschutz mitziehen.”

Von den USA erwartet von Broock, dass sie sich in Kopenhagen zu einem international gültigen Klimavertrag bekennen. Der weltgrößte “Klimasünder” zögere leider immer noch, sich in einem völkerrechtlich verbindlichen Abkommen auf ausreichende Klimaschutzziele festzulegen. Neben weiteren Bremser-Staaten wie Kanada, Japan und Australien hätten jedoch auch Deutschland und die Europäische Union ihre frühere Vorreiterrolle beim globalen Klimaschutz inzwischen verloren. Insbesondere die gegenwärtige Tendenz, Klimaschutzmaßnahmen in ärmeren Regionen der Welt  nicht zusätzlich zur Entwicklungshilfe zu finanzieren, hält von Broock für fatal. Die Regierungsfraktionen im Deutschen Bundestag hätten bereits beschlossen, Unterstützungen beim Kampf gegen Armut und Hunger mit Hilfen beim Kampf gegen den Klimawandel zu verrechnen.

Schlagworte:
, , , , , , , , , ,

Verwandte Artikel

Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 8. Dezember 2009. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentar schreiben