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Naturschutzring unterzeichnet Klimapakt – Die Alpen als Klimaschutz-Modellregion

Dienstag 8. Dezember 2009 von birdfish



Mehr Klimaschutz für die Alpenregion auf den Weg gebracht.

Mehr Klimaschutz für die Alpen
Mehr Klimaschutz für die Alpen – (c) Hanspeter Bolliger / Pixelio

Der Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Dr. Helmut Röscheisen, unterzeichnete jetzt im Haus des Alpinismus des Deutschen Alpenvereins (DAV) in München den von der Alpenschutzkommission CIPRA initiierten Klimapakt. In diesem Papier fordern annähernd 100 Organisationen aus allen Alpenstaaten, die Alpen zu einer Modellregion für den Klimaschutz zu entwickeln. Mit der Unterzeichnung unterstrich der DNR, mit 5,5 Millionen Einzelmitgliedern einer der größten Dachverbände Deutschlands, im Vorfeld der Kopenhagener Klimakonferenz die Bedeutung des Klimaschutzes in und für die Alpen.

„Angesichts der schleppenden Verhandlungen auf globaler Ebene im Vorfeld der Kopenhagener Klimakonferenz sind regionale Vorreiter besonders wichtig“, so CIPRA-Deutschland-Präsident Dr. Stefan Köhler. Die Alpen bieten sich hier aufgrund großer Potentiale für regenerative Energienutzung besonders an – und aufgrund ihrer besonderen Betroffenheit: „Der Temperaturanstieg im Alpenraum seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts ist mit 1,6 Grad doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel. Das Abschmelzen der Gletscher ist da nur das sichtbarste Zeichen“, erläuterte der DAV-Präsident
Prof. Dr. Röhle während der Veranstaltung. Weniger bekannt ist, dass es im Alpenraum ca. 500 Pflanzenarten gibt, die nur in diesem Gebirge vorkommen. „Bei einer kaum noch aufzuhaltenden Erwärmung der Alpen um vier Grad müssten die Arten um 600 Höhenmeter nach oben wandern. Dies würde zu einem enormen Artensterben führen“, befürchtet DNR-Generalsekretär Röscheisen.

CIPRA, DAV und DNR sind sich einig: Baldige und durchschlagende Erfolge der globalen Klimaverhandlungen sind unersetzlich für die weitere Entwicklung der Erde. „Die wohlhabenden Alpenstaaten sollten durch die Entwicklung einer Klimaschutz-Modellregion ein weltweit beachtetes Signal setzen“, sagt CIPRA-Deutschland-Chef Köhler. In einem Schreiben an die Umweltminister der Alpenstaaten kritisiert die Alpenschutzkommission CIPRA daher die weitgehend stehen gebliebenen Klimaschutzinitiativen der Alpenkonvention und fordert zu mehr Engagement und Nachdruck im Klimaschutz in den Alpen auf.

Dass Einsparungen von Treibhausgasen auf vielfältige Weise möglich sind, zeigt das Projekt „cc.Alps“ der CIPRA. In einem weltweit wohl einmaligen Klima-Check sind 299 Klimamaßnahmen unter die Lupe genommen worden. Sind sie umwelt- und sozialverträglich? Stiften sie mehr Nutzen als Schaden? Mutmachende Beispiele sind die Gemeinde Wilpoldsried im Allgäu, die schon jetzt das 2,5 fache ihrer Energie regenerativ erzeugt, oder das Unternehmen STMicroelectronics aus Grenoble, welches Arbeitnehmer erfolgreich dazu motiviert, bei der Fahrt zur Arbeit auf das Fahrrad umzusteigen oder bayrische Moore die wiedervernässt als CO2 Speicher dienen.

Eine Initiative des Deutschen Alpenvereins geht ähnliche Wege zur Förderung nachhaltigen Wirtschaftens. Unter dem Motto „So schmecken die Berge“ haben 71 Hütten des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins sowie des Alpenvereins Südtirol regionale Speisen und Getränke in ihrem Angebot. Von der Initiative profitieren nicht nur die regionalen Wirtschaftsbetriebe im Tal, sondern auch die Bergbauern. Weniger CO2 kann mehr sein. Mehr lokale Wertschöpfung und Arbeitsplätze, mehr Wohlbefinden und mehr Naturschutz.

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2 Kommentare über “Naturschutzring unterzeichnet Klimapakt – Die Alpen als Klimaschutz-Modellregion”

  1. Günther Eigentler schrieb:

    Eine Achterbahnfahrt im Klimawandel

    Schlägt man Internetseiten unter dem Schlagwort Weltklima auf finden sich immer wieder Sätze wie diese: „Die Meeresspiegel steigen in diesem Jahrhundert voraussichtlich zwischen 18 und 59 Zentimeter.“

    Ich stelle die obige Annahme in Frage und lade den Leser zu einem zugegebenermaßen gewagten Ausflug ein, dessen Ergebnis bis dato erstaunlicherweise niemandem außer mir seit etwa zehn Jahren zu schaffen macht.

    Es wird wohl so sein, dass die meisten von uns sich zu Beginn dieses Ausfluges etwas schuldbewusst einräumen müssen, heute abermals mit dem Pkw zur Arbeitsstätte gekommen zu sein. Eine Vielzahl von Autos steht bereits in der Tiefgarage und wartet darauf, erneut in Betrieb genommen zu werden. Die überwiegende Mehrheit dieser Fahrzeuge wird mit einem gängigen Treibstoff betrieben, ein Umstand, der von Wissenschaftlern u. a. als eine Ursache für die Erderwärmung angesehen wird. Lassen wir diese Tatsache aber etwas beiseite und denken wir zunächst an alle Verkehrsmittel auf der Welt, die mit einem der gängigen Treibstoffe in Betrieb genommen werden. Eine unvorstellbare Summe stellt sich ein. Der Treibstoffverbrauch für deren Inbetriebnahme dürfte wohl die Milliarden-Tonnen-Grenze alljährlich locker überschreiten. Das Material für diese Treibstoffe stammt bekanntlich aus dem Inneren der Erde.

    Hängt man diesem Gedanken weiter nach, wird man feststellen, dass in unserem Planeten riesige Hohlräume entstanden sein müssen, deren ursprünglicher Inhalt zu Plastik, Benzin, Heizöl oder zu einer Unmenge anderer Produkte geworden ist. Nochmals die eine oder andere Milliarde jährlich. Und das schon seit vielen Jahrzehnten.
    Was geschieht jedoch in diesen Hohlräumen? Die Annahme, dass sie zu einem Gutteil mit Wasser aufgefüllt werden, scheint vertretbar. Sollte diese Mutmaßung zutreffen, wäre erklärt, weshalb die Bewohner zahlreicher Küstengebiete bislang nicht Tauchgänge im Keller haben vornehmen müssen. Das beruhigt vorerst.

    Von den Folgen verschont bleiben wird man, so fürchte ich, dennoch nicht. Der Grund liegt wohl in der Konsistenz der neu entstandenen Masse. Diese ist mit der ursprünglichen logischerweise nicht ident. Mögliche Folgen: Instabilität im Erdinnern, welche nach meiner Auffassung – wie jüngst auf dem südamerikanischen Kontinent – etwa zum „unerklärlichen“ Verschwinden von Seen führen kann; Verlagerung des magnetischen Pols in Richtung Osten; Änderung des Tempos seiner Wanderung; Umgestaltung der Meeresströmungen; Beeinträchtigung der Windsysteme, etc., etc.

    Ich denke, ich sollte hier meinen Beitrag beenden und dessen Inhalt kurzerhand dem Reich einer gnadenlos blühenden Phantasie überantworten. Das garantiert zumindest den Schlaf.

    Günther Eigentler, Telfs, Österreich

  2. Günther Eigentler schrieb:

    Es fällt auf, dass heuer (2012) die Anzahl der Wespen stark rückläufig ist. Der Grund hierfür liegt meines Erachtens in der Verschlechterung der Luftqualität. Im Inntal z.B. wurden die Werte, welche die Belastung durch den Verkehr und den Hausbrand aufzeigen, im laufenden Jahr in allen Abschnitten überschritten. Eine bedenkliche Entwicklung!

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