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Die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die landwirtschaftliche Produktivität

Freitag 11. Dezember 2009 von birdfish



Im Rahmen ihrer Schriftenreihe Ökologie setzt sich die Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Thema Klimawandel und das Recht auf Nahrung auseinander.

Titelbild der Studie
(c) Heinrich Böll Stiftung

Der Klimawandel und seine Folgen haben immense Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungssicherheit von Millionen von Menschen.

Zunehmende Wetterextreme wie Fluten und Dürren vernichten Ernten, der steigende Meeresspiegel bedroht die küstennahe Landwirtschaft und gleichzeitig werden die globalen Trinkwasserreserven knapper. Bereits heute leiden mehr als eine Milliarde Menschen an Hunger und Mangelernährung.

Doch nicht nur der Klimawandel selbst, sondern auch Maßnahmen dagegen beeinflussen das Recht auf Nahrung. Und das auf oftmals sehr unauffällige Weise. Der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter macht immer wieder auf reale und mit Klimapolitik verbundene Menschenrechtsverletzungen aufmerksam. So gibt es Projekte bei denen die lokale Bevölkerung von ihrem Land vertrieben wurde, um Platz für Aufforstungsprojekte oder Plantagenwirtschaft mit Eukalyptusbäumen zu schaffen, die die Treibhausgasemission der Industrieländern kompensieren sollten. De Schutter fordert deshalb, dass der Menschenrechtsansatz konkrete Implikationen für die Maßnahmen zur Bekämpfung und Anpassung an den Klimawandel haben muss.

In der aktuellen Studie „Klimawandel und das Recht auf Nahrung“ analysiert die Heinrich-Böll-Stiftung mit dem Human Rights Institute der Columbia Law School die Folgen des Klimawandels auf die Umsetzung des Rechts auf Nahrung und gibt Empfehlungen, wie beide Agenden besser zusammengeführt werden können.

Dazu gehört beispielsweise ein verstärkter Fokus auf Belange der Ernährungssicherung bereits bei der Datenerhebung sowie die Ernennung eines UN-Sonderbeauftragen für Klimawandel und Menschenrechte, dessen Aufgabe es ist internationale Maßnahmen zur Anpassung und Bekämpfung des Klimawandels auf die Verträglichkeit mit dem Recht auf Nahrung überprüft und bei auftretenden Problemen Lösungsvorschläge zu erarbeiten.

Die Autoren der Studie plädieren für ein Klimaregime, das auf Gleichbehandlung und Gerechtigkeit beruht und in einem kooperativen Ansatz Klimapolitik und das Recht auf Nahrung verbindet.

Hier finden Sie die umfassende Studie „Climate Change and the Right to Food“ (PDF, engl.).

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Ein Kommentar über “Die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die landwirtschaftliche Produktivität”

  1. H.Pfeiffer schrieb:

    Einer der interessantesten Bäume für Aufforstungen im nordafrikanischen Atlasgebirge ist die kanarische Kiefer, eine waldbrandressistente Besonderheit, die in der Lage ist aus Wolken imense Wassermengen zu gewinnen. Mit Aufforstungen in den Wolkenregionen des Atlasgebirges kann die Landwirtschaft in den darunter gelegenen Gebieten mit Wasser gesichert werden. Klimatreff.org unterstützt die Aufzucht und Aufforstungen mit kanarischen Kiefern in dieser Region.

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