KLIMA-MEDIA.de Pressespiegel & Infoblog

Zukunftsvision: Der souveräne Stromkunde

Donnerstag 7. Januar 2010 von birdfish



Wie sähen die Strommärkte aus, wenn Verbraucher vom heimischen Wohnzimmer aus ihren Energieverbrauch gezielt regulieren könnten?

Ökostrom
Ökostrom per Knopfdruck? – (c) Rainer Sturm / Pixelio

Wenn sie optimal informiert über Preis und Leistung einfach und schnell über ein intelligentes Steuerungssystem agieren würden? Wie sich diese Vision technisch umsetzen lässt, erforschen Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie in einem Projekt, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI). Bis 2012 wird der “Energiemarkt der Zukunft” in Modellregionen in Krefeld und Mülheim a. d. Ruhr getestet.

Die Vision

Im Jahr 2020 könnten private und gewerbliche Kunden mit Stromanbietern, Netzbetreibern und weiteren Akteuren auf elektronischen Marktplätzen verhandeln. Der Verbraucher wird dabei zum aktiven Marktteilnehmer. Er kann sich jederzeit über seinen Strom-, Gas-, Wasser- und/oder Fernwärmeverbrauch informieren und entscheiden, wann er wie viel Energie kauft oder verkauft – zum Beispiel, indem er überschüssigen Strom von der hauseigenen Photovoltaikanlage oder Brennstoffzelle einfach in die Netze einspeist. Das macht den Stromkunden souverän und ist energieeffizient.

Die Lösung: IKT-Gateways

Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind der Schlüssel, um diese dezentralen Energiesysteme der Zukunft zu steuern. Über standardisierte IKT-Gateways können alle Akteure am regionalen Marktgeschehen teilnehmen. Die Arbeitsgruppe für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik um Prof. Dr.-Ing. Constantinos Sourkounis der Ruhr-Universität Bochum ist am Projekt “E-DeMa – Entwicklung und Demonstration dezentral vernetzter Energiesysteme hin zum E-Energy-Marktplatz der Zukunft” beteiligt. “Wir untersuchen zurzeit, wie mögliche Anreizsysteme zur Beeinflussung der Netzauslastung aussehen könnten”, so Prof. Sourkounis.

Dezentrale Energiesysteme am Markt

Bei der Implementierung stellt sich beispielsweise die Frage, welche Eigenschaften ein Algorithmus haben sollte, um technische Informationen aus den IKT-Gateways in Preissignale auf dem Markt umzusetzen. “Ab diesem Jahr simulieren wir in einem Modell, welche Folgen die Einbindung dezentraler Energieerzeugungsanlagen in bestehende elektrische Netze haben könnte. Aus unseren Ergebnissen können wir dann auf mögliche Betriebsszenarien schließen”, sagt Sourkounis. Durch offene Protokolle und Standards stellen die Projektteilnehmer sicher, dass die IKT-Infrastruktur übertragbar und herstellerunabhängig ist. Das System soll nach Abschluss des Pilotprojekts für Dritte nutzbar sein.

Schlagworte:
, , , , , , ,

Verwandte Artikel

Dieser Beitrag wurde erstellt am Donnerstag 7. Januar 2010. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.

Kommentar schreiben