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Asse: der Atommüll wird nun endlich aus dem maroden Salzstock geborgen werden

Dienstag 19. Januar 2010 von birdfish



Die Geschichte der Asse ist eine Geschichte von Pech und Pannen.

Greenpeace-Banner: Gorleben stoppen!
Greenpeace-Banner: “Gorleben stoppen: Kein Endlager ist sicher!”- (c) Greenpeace

In erster Linie aber steht die Asse für eine gefährliche Umweltsünde, die die konservative Politik zu verantworten hat. Diese traf seinerzeit die Entscheidung zur Einlagerung – bei Geheimhaltung von Warnungen aus der Wissenschaft. Das hatte verheerende Folgen. Während dann eine Horrormeldung nach der anderen aus der Asse an die Öffentlichkeit drang, hielten Merkel und Co ihr noch immer die Stange und sprachen von weiterer Prüfung einer Eignung, als der Zug längst abgefahren war.

Nicht zuletzt die Umweltorganisationen publizierten ihre Entrüstung und forderten die Räumung. Während der BUND seinen Forderungsschwerpunkt auf die Prüfung legte, ob denn das Gift problemlos zu bergen sei und eine andere Zwischenlagerung überhaupt möglich ist, äußerten Greenpeace und NABU in aller Deutlichkeit, dass der Müll auf jeden Fall raus muss. Nur mit der raschen Bergung der radioaktiven Abfälle – so weit wie möglich – aus dem einsturzgefährdeten Atommülllager könne die Langzeitsicherheit gewährleistet werden. „Wir können den Atommüll nicht einfach da unten liegen lassen und Beton darüber kippen. Deckel drauf und hoffen, dass nichts passiert – das ist kein Rezept für die Zukunft“, erklärte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Zugleich wurde aber auch hier eine Machbarkeitsprüfung der gefahrlosen Bergung vorausgesetzt.

Nun ist die Entscheidung gefallen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) wird die Fässer bergen lassen. Hierfür werden, wie vom NABU und von Greenpeace empfohlen, zwei neue Anlagen gebaut. Eine Konditionierungsanlage zur Neuverpackung der strahlenden Abfälle und ein oberirdisches Zwischenlager.

“Die Entscheidung des BfS ist zu begrüßen. Damit zeigt sich, dass die Forderungen von Greenpeace richtig waren. Eine vollständige Rückholung des Atommülls ist die einzige Möglichkeit. Es gibt keine Alternative dazu”, kommentiert Atomphysiker Heinz Smital von Greenpeace.

Aus der Asse werden erst einmal 1.000 bis 3.000 Fässer geborgen. Ziel dabei ist es, die Bergungsmethode zu überprüfen. “Aufgrund von Schwierigkeiten darf nicht das ganze Vorhaben in Frage gestellt werden. Sollte es zu Problemen kommen, muss alles daran gesetzt werden, diese zu lösen”, sagt Smital.

Mit der Rückholung der Asse-Abfälle wird ein neues Kapitel der Atommüllentsorgung in Deutschland aufgeschlagen. Nun muss endlich ergebnisoffen nach einem geeigneten Endlager gesucht werden. Die Kosten dafür und für die Sanierung der Asse sollten die Betreiber der Atomkraftwerke tragen. „Da hat Frau Merkel gleich ein Thema für ihre Atomgespräche in dieser Woche: Die Atomkonzerne müssen endlich dafür zahlen, was sie der Gesellschaft eingebrockt haben“, so NABU-Präsident Tschimpke.

Das Bundesamt für Strahlenschutz bietet Informationen an, die den Optionenvergleich möglichst transparent und verständlich zu gestalten sollen. Das Ergebnis ist hier anzusehen.

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Ein Kommentar über “Asse: der Atommüll wird nun endlich aus dem maroden Salzstock geborgen werden”

  1. birdfish schrieb:

    Salzstock Asse II
    Vom Salzbergwerk zum Atommülllager

    Erst Bergwerk, dann Forschungslager und schließlich verseuchtes Atommüllgrab.
    Einen Blick in den Stollen mit interaktiven 360-Grad-Panoramabildern bietet die ZEIT.

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