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NABU zeigt Möglichkeiten zur Einsparung von Treibhausgasen im Agrarbereich auf

Mittwoch 3. Februar 2010 von birdfish



Der Nabu zeigt Initiative mit einem Klimaschutzpapier für die Agrarwirtschaft.

Landwirtschaft
Agrarwirtschaft birgt viel Potenzial zum Klimaschutz – (c) Manfred Schimmel / Pixelio

Nach dem Scheitern der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen und den vielen Diskussionen über die Rolle der Landwirtschaft bei der Bekämpfung der globalen Klimakrise auf der Grünen Woche zeigt der NABU in einer aktuellen Studie Möglichkeiten zur Einsparung von Treibhausgasen im Agrarbereich auf. „Für eine ernst gemeinte Strategie müssen wir den Klimaschutz konsequenter als bisher in der Agrarpolitik verankern“, forderte NABU-Präsident Olaf Tschimpke bei der Vorstellung des Gutachtens heute in Berlin. Die Landwirtschaft verursache 11 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in Deutschland. Neben Methan und Lachgas aus der Tierhaltung und Düngung spielen dabei vor allem Kohlendioxidemissionen im Rahmen von Landnutzungsänderungen eine wichtige Rolle.

„In der Klimabilanz der Landwirtschaft lassen die Politiker gerne den Umbruch von Grünland und die Entwässerung von Mooren unter den Tisch fallen, obwohl dadurch in Deutschland gut ein Drittel der Agraremissionen verursacht werden“, so Tschimpke. Der NABU fordert ein verbindliches Aktionsprogramm für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft. Ziel muss sein, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern und gleichzeitig Natur und Umwelt weniger zu belasten. Wichtige Punkte sind ein Umbruchverbot für Grünland, der dauerhafte Schutz von Mooren, strengere Regeln zum Einsatz von Düngern und mehr Ökolandbau. „Wenn wir weitermachen wie bisher, wird die deutsche Landwirtschaft ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 gerade mal um 20 Prozent gegenüber 1990 verringern können. Notwendig ist aber wie im Energiebereich das Doppelte, nämlich 40 Prozent“, forderte Carsten Wachholz, NABU-Klimaexperte.

Die NABU-Studie „Klimaschutz in der Landwirtschaft – Ziele und Anforderungen zur Senkung von Treibhausgasemissionen“ stellt eine wichtige Grundlage zur Bewertung und Weiterentwicklung der bestehenden politischen Instrumente auf nationaler und europäischer Ebene dar. Im anstehenden Reformprozess der EU-Agrarpolitik müsse sich Deutschland vorrangig dafür einsetzen, dass Fördermittel künftig nur noch für öffentliche Güter ausgegeben werden, zu denen insbesondere der Klimaschutz gehört, sagte Wachholz. Die Bundesregierung sollte die Chance nutzen, die Verhandlungen in Brüssel aktiv mitzugestalten und den Klimaschutz konsequent in die Agrarpolitik zu integrieren.

Die Studie “Klimaschutz in der Landwirtschaft – Ziele und Anforderungen zur Senkung von Treibhausgasemissionen” (PDF)

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