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Jahresringe deutscher Eichen verraten, wie das Sommerklima über 1000 Jahre aussah

Montag 15. Februar 2010 von birdfish



Schweizerische und deutsche Wissenschaftler haben unter Beteiligung der Universität Gießen erstmals anhand von Eichen-Jahrringen das Klima der letzten 1000 Jahre in Mitteleuropa untersucht.

Alte, stämmige Eiche
Alte, stämmige Eiche – (c) Rainer Sturm / Pixelio

953 historische und lebenden Eichen aus Nordhessen und Südniedersachsen wurden einer umfangreichen Untersuchung unterzogen.

Demnach lassen sich drei wichtige Etappen unterscheiden: Feucht-warme Sommer im 13. und 14. Jahrhundert (“Mittelalterliches Klimaoptimum”), trocken-kalte Sommer vom späten 15. bis ins frühe 18. Jahrhundert (“Kleine Eiszeit”) und trocken-warme Sommer in den letzten rund 200 Jahren (“Industrielle Erwärmung”).

Die Wissenschaftler konnten sich auf einen einmaligen Dateinsatz aus 135.000 individuellen Jahrring-Breitenmessungen aus den Jahren 996 bis 2005 berufen. In deutschen Wäldern wird das Eichenwachstum wesentlich durch Sommertrockenheit beziehungsweise durch das zur Verfügung stehende Bodenwasser beeinflusst: In trockenen Jahren sind die Ringe dünner. So ermöglicht synchrones Ringwachstum eine präzise Datierung historischer Holzproben. Die für eine Region und Periode typische Reihenfolge klimatisch gesteuerter Zuwachsmuster ist also vergleichbar mit einem genetischen Fingerabdruck.

Aus den Untersuchungen lasse sich keine Entwicklung zu stärker und länger andauernden Dürreperioden ableiten, betonen die Forscher, da es auch früher schon ähnliche lange Etappen mit bestimmten klimatischen Bedingungen gegeben habe.

Originalpublikation:
Büntgen U, Trouet V, Frank D, Leuschner HH, Friedrichs D, Luterbacher J, Esper J (2010): Tree-ring indicators of German summer drought over the last millennium. Quaternary Science Reviews
doi:10.1016/j.quascirev.2010.01.003

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