EU-Kommission scharf kritisiert: Akzeptanz von Palmölplantagen zerstört Regenwald
Dienstag 16. Februar 2010 von birdfish
Nach Vorstellungen der EU-Kommission sollen Biokraftstoffe, die aus Palmöl gewonnen werden, den Nachhaltigkeitskriterien der EU entsprechen.

Palmölplantage in Malaysia – Foto: Craig / Wikipedia
Biokraftstoffe aus tierischen und pflanzlichen Abfallprodukten könnten sogar als besonders positiv gewertet werden. Das geht aus einem inoffiziellen Entwurf der Kommission hervor, der Nachhaltigkeitskriterien für die Biokraftstoffe aus unterschiedlichen Quellen definieren soll. In der Erneuerbare-Energien-Richtlinie aus dem Jahr 2008 wurde zwar festgehalten, dass Biokraftstoffe in der EU nur unter Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsregeln verwendet werden dürften. Kriterien wurden dafür aber nicht definiert.
Umweltorganisationen kritisierten den Entwurf der Kommission scharf. Friends of the Earth Europe sieht v.a. in der Akzeptanz von Palmölplantagen eine Einladung zur Zerstörung von Regenwäldern. Die Palmölproduktion sei nach Angaben der Vereinten Nationen heute schon die Hauptursache für die Vernichtung von Regenwäldern in Malaysien und Indonesien. Eine verstärkte europäische Nachfrage würde diese Situation noch verschlimmern. Die Organisation Transport & Environment führt weiter aus, dass auch die Bevorzugung von Abfällen bei der Bilanzierung der Biokraftstoffe falsche Anreize setzen würde. Wahrscheinlich würden tierische Fette zukünftig nicht mehr im Kosmetikbereich eingesetzt, sondern zu Biokraftstoffen verarbeitet. Die Kosmetikindustrie würden dann wiederum verstärkt auf Palmöl zurückgreifen, was die Zerstörung der Regenwälder abermals verstärken würde.
Schlagworte:
Energie, EU, Industrie, Nachhaltigkeit, Urwald, Verbraucher, Wälder, WirtschaftVerwandte Artikel
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