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Jessel fordert konsequentere Umsetzung der Maßnahmen für Biodiversitätserhaltung

Dienstag 16. Februar 2010 von birdfish



Deutschland wird seine Anstrengungen zur Umsetzung der Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie deutlich erhöhen müssen, um eine Trendwende beim anhaltenden Verlust an biologischer Vielfalt bewirken zu können.

Seltener Eisvogel
Seltener Eisvogel – (c) Frank Güllmeister / Pixelio

Diese Auffassung vertrat Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutzes (BfN), im Rahmen des Schweizer NATUR Kongresses in Basel. Dort stellte sie die Eckpunkte der deutschen Biodiversitätsstrategie vor und berichtete von den Erfahrungen mit dem bisherigen Umsetzungsprozess.

“Bereits jetzt steht fest: Wir werden das ’2010-Ziel’ nicht erreichen”, stellte Jessel zusammenfassend fest. “Nicht aber die Ziele müssen neu definiert, sondern der Weg dahin muss konsequenter beschritten werden”, erklärte sie weiter. Dabei zog die Präsidentin des BfN durchaus selbstkritisch Bilanz über die vor zwei Jahren begonnene Umsetzungsphase.

Auch an die Adresse der Schweizer gerichtet, die derzeit selbst mit Hochdruck an einer Biodiversitätsstrategie arbeiten, betonte sie aber, dass es als einer der größten umweltpolitischen Erfolge der letzten Jahrzehnte zu werten sei, dass die Strategie überhaupt existiere. Schließlich sei es gelungen, alle Bundesressorts zu ihrer Umsetzung zu verpflichten und damit dem Querschnittscharakter des Themas angemessen Rechnung zu tragen. Dass eine derartige Herkulesaufgabe nicht über Nacht zu stemmen sei und es im Umsetzungsprozess immer an der ein oder anderen Stelle hake, sei nicht verwunderlich.
Dennoch müssten dort, wo die Hauptursachen des Biodiversitätsverlustes liegen, die Anstrengungen erheblich verstärkt werden. Sonst sei der bislang ungebrochene Rückgang der biologischen Vielfalt nicht zu stoppen. Das betreffe vor allem die Bereiche Landwirtschaft, Meeresfischerei sowie den nahezu ungebremsten Flächenverbrauch im Siedlungs- und Verkehrsbereich. Hier gelte es politisch die richtigen Weichen zu stellen und insofern auch die betroffenen Ressorts künftig verstärkt in die Pflicht zu nehmen. Im Sinne des gesamtgesellschaftlichen Anliegens der Strategie müsse zudem auf ein “biodiversity mainstreaming” aller gesellschaftlichen Bereiche und Prozesse hingewirkt werden.

Jessel verwies zugleich darauf, dass die Koalitionsvereinbarung der neuen Bundesregierung für die laufende Legislaturperiode die Erarbeitung eines Bundesprogramms “Biologische Vielfalt” vorsieht, mit dem der Umsetzungsprozess neuer Schwung verliehen werden solle. Auch das Internationale Jahr der biologischen Vielfalt biete die Chance, vermehrt auf die immense Bedeutung, die dem Schutz der Biodiversität auch für das menschliche Wohlergehen und ökonomische Entwicklungsmöglichkeiten zukommt, aufmerksam zu machen.

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