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Kitkat: Süßes mit bitterem Beigeschmack – Beitrag zum Aussterben der Orang-Utans

Donnerstag 18. März 2010 von birdfish



Die Produktion von Schokoriegeln wie Kitkat von Nestlé trägt zur Zerstörung des indonesischen Urwalds bei und vernichtet damit die Lebensgrundlage der vom Aussterben bedrohten Orang-Utans.

Kitkat tötet Orang-Utans
Kitkat tötet Orang-Utans. – (c) Greenpeace

Das ist das Ergebnis eines gestern veröffentlichten Greenpeace-Berichtes. Nestlé-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden gestern von 60 Greenpeace-Aktivisten über die Folgen der Palmölproduktion, beispielsweise für Kitkat, informiert. Aktivisten verteilten Flugblätter vor der deutschen Zentrale in Frankfurt/Main sowie vor den Nestlé-Standorten in Hamburg, Berlin, München, Nürnberg, Soest und Singen.

“Jeder Biss in einen Kitkat-Riegel zerstört das Leben der letzten Orang-Utans ein bisschen mehr”, sagt Corinna Hölzel, Greenpeace-Waldexpertin, vor Ort in Frankfurt. “Nestlé muss seine Verträge mit Lieferanten kündigen, die den Urwald zerstören.”

Nestlés Beitrag zur Vernichtung der Regenwälder und Orang-Utans

Der Bericht von Greenpeace zeigt, dass Nestlé Rohstoffe vom indonesischen Hersteller Sinar Mas kauft. Dieser Lieferant verletzt internationale Standards und indonesisches Recht, ist an Landkonflikten beteiligt, rodet wertvolle Regenwälder in Orang-Utan-Gebieten und hat massive Expansionspläne. Auf den gerodeten Urwaldflächen werden Ölpalmplantagen in Monokulturen angelegt. Allein Nestlé, der größte Nahrungsmittel- und Getränkehersteller der Welt, hat seinen Bedarf an Palmöl in den letzten drei Jahren auf 320.000 Tonnen verdoppelt.

Greenpeace hat Nestlé bereits mehrfach aufgefordert, seine Verträge mit Sinar Mas zu kündigen und legte wiederholt Beweise vor, dass Sinar Mas trotz gegenteiliger Behauptungen weiterhin Urwald rodet. Als Reaktion auf die Urwaldzerstörung und die illegalen Machenschaften von Sinar Mas haben die Firmen Unilever und Kraft bereits ihre Verträge mit der Firmengruppe gekündigt.

“Während andere Firmen handeln, weigert sich Nestlé, seine Verantwortung wahrzunehmen und seine Geschäfte mit dem größten Urwald- und Klimakiller Indonesiens zu stoppen”, so Hölzel. Neben Nestlé gibt es aber auch noch weitere schwarze Schafe: Beispielsweise auch in Bahlsen-Keksen, der Prinzenrolle, Toffifee, in Maggi-Produkten, Kosmetik von Schwarzkopf oder Waschmitteln wie Persil, Spee und Terra Aktiv von Henkel kann Palmöl aus Urwaldzerstörung enthalten sein.

Indonesien ist Brennpunkt der weltweiten Urwaldzerstörung

Indonesien ist das Land, in dem Urwaldzerstörung am schnellsten voranschreitet. Seit 1950 sind 74 Millionen Hektar Wald vernichtet worden, eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland. Besonders dramatisch für den Klimaschutz und die Artenvielfalt unseres Planeten ist die Rodung und Trockenlegung der Torfwälder, da diese rund zehnmal mehr Kohlenstoff speichern als andere Urwälder und viele vom Aussterben bedrohte und endemische Arten wie Orang-Utans, Sumatra-Tiger oder Java-Nashörner beheimaten. Aufgrund der Urwaldzerstörung ist Indonesien bereits der drittgrößte Produzent von Treibhausgasen – nach China und den USA.

Greenpeace hat eine Petition an den Geschäftsführer von Nestlé in Deutschland verfasst, damit der Konzern seine Geschäftspolitik ändert.
Hier können Sie die Online-Petition unterzeichnen.

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Ein Kommentar über “Kitkat: Süßes mit bitterem Beigeschmack – Beitrag zum Aussterben der Orang-Utans”

  1. birdfish schrieb:

    In einem Statement erklärt Nestlé als Reaktion auf die Greenpeace-Aktion, ab 2015 nur noch zertifiziertes Palmöl einsetzen zu wollen, weiterhin soll die Zusammenarbeit mit dem besonders umstrittenen Zulieferer Sinar Mas sofort eingestellt werden. Allerdings könne man weiterhin nicht sicherstellen, woher das eingesetzte Palmöl stammt.

    (Quelle: Klimaretter)

    Die Greenpeace-Kampaignerin für Wälder & Biodiversität, Corinna Hölzel, gibt jedoch zu bedenken, dass trotz kleiner Schritte von Nestlé noch lange nichts gewonnen ist. Hier ihr Statement:

    “So sehr wir uns natürlich auch freuen, dass Nestlé einen ersten Schritt gegangen ist, möchte ich hier ganz deutlich machen, dass das auf keinen Fall ausreicht, um den indonesischen Urwald zu retten.

    Tatsächlich verändert diese Ankündigung nichts für den indonesischen Regenwald und schützt auch keinen einzigen Orang-Utan. Denn Nestlé wird nur die direkten Verträge mit Sinar Mas kündigen. Die gab es sowieso nur zwischen Sinar Mas und Nestlé Indonesien. Hier in Europa kommt das Sinar Mas-Palmöl über Zwischenhändler wie Cargill in die Nestlé-Fabriken. Greenpeace fordert weiterhin von Nestlé, dass sie kein Sinar Mas-Palmöl mehr für ihre Produkte verwenden, also auch ihre indirekten Verträge kündigen.

    Grünes Mäntelchen RSPO

    Auch der Verweis auf die Zertifizierungsorganisation RSPO (Round Table on Sustainable Palm Oil) schützt den Lebensraum der Orang-Utans nicht. Der RSPO ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, um die Produktion von Palmöl nachhaltig zu gestalten. Allerdings tun diese Unternehmen nicht genug, um die Urwaldzerstörung in Indonesien zu stoppen. Die Kriterien des RSPO sind zu schwach und enthalten keinen Schutz der Torfböden und keine Anforderungen zur Einsparung von Treibhausgasen.

    Nicht einmal diese schwachen Kriterien werden in der Praxis eingehalten. Schon die erste Lieferung von RSPO-zertifiziertem Palmöl im November 2008 hat sich als Marketinginstrument der Palmölindustrie erwiesen. Greenpeace-Recherchen haben ergeben, dass die Firma United Plantations in Landkonflikte verwickelt ist und in Orang-Utan-Gebieten sowie innerhalb geschützter Seengebiete Plantagen angelegt hat.

    Auch die zu Sinar Mas gehörende Firma PT Smart ist Mitglied im RSPO und gleichzeitig weiterhin in illegale Aktivitäten und Zerstörung wertvoller Torfwälder involviert. Der RSPO existiert seit 2005, dennoch konnte die rasante Abholzung der wertvollen indonesischen Wälder nicht gestoppt werden. Es ist unverantwortlich, sich beim Thema Urwaldzerstörung auf den RSPO als Lösung zu verlassen.

    Kampagne geht weiter

    Das Wichtigste, was jetzt in Indonesien passieren muss, ist ein gesetzlich verankerter Stopp auf die weitere Vernichtung der Urwälder für Plantagen. Dafür müssen sich Nestlé und auch der RSPO einsetzen. Sinar Mas als größter Palmölproduzent in Indonesien blockiert seit Jahren solch ein Moratorium. Auch aus Jakarta kommt kein Fortschritt für den Urwaldschutz – allzu eng ist Sinar Mas mit der indonesischen Regierung verflochten.

    Einzige Lösung: Die Firmengruppe Sinar Mas muss jetzt ökonomisch, also durch Vertragskündigungen gezwungen werden, ihre Blockade endlich aufzugeben. Nestlé könnte einen wichtigen Beitrag leisten, tut es aber noch nicht. ”

    Weitere Infos und Mitmachaktionen unter:
    http://www.greenpeace.de/kitkat

    Quelle: DNR

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