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Atomausstieg: NRW-Wähler entscheiden – Schwarz-gelb setzt auf Schrottreaktoren

Dienstag 6. April 2010 von birdfish



Die schwarz-gelbe Bundesregierung beschließt, eine Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten auf bis zu 60 Jahre zu prüfen.

Greenpeace protestierte in Düsseldorf gegen die geplante Laufzeitverlängerung von deutschen Atomkraftwerken
Greenpeace protestierte in Düsseldorf gegen die geplante Laufzeitverlängerung von deutschen Atomkraftwerken – (c) Ulrich Baatz

NABU-Präsident Olaf Tschimpke erklärt dazu: „Mit den nun bekannt gewordenen Plänen wird das energiepolitische Konzept der Bundesregierung von vornherein zur Farce. Denn die Option, die Restlaufzeiten der Atommeiler gar nicht zu verlängern, soll von den beauftragten Forschungsinstituten nicht einmal geprüft werden. Bevor der erste Wissenschaftler seinen Rechner anstellt, hat die Koalition bereits festgelegt, dass die Atomreaktoren in Deutschland länger laufen sollen als gesetzlich vereinbart. Hier dominiert ideologische Borniertheit über intelligente Technologieoffenheit.

Dass es den Atomlobbyisten in der Unionsfraktion um Gesamtlaufzeiten von sage und schreibe 60 Jahren geht, entlarvt die Pläne völlig. Bei der Abwrackprämie galten Autos bereits nach neun Jahren als schrottreif – Atommeiler sind in den Träumen der Bundesregierung dagegen mehr als ein halbes Jahrhundert lang absolut sicher.“

Der NABU ruft die Bevölkerung zum Wechsel zu Ökostrom in der Stromwechselwoche des Bündnisses „Atomausstieg selber machen“ vom 10. bis 18. April und zur Teilnahme an den bundesweiten Anti-Atom-Demonstrationen am 24. April auf.

Greenpeace-Aktivisten sind in NRW rührig, denn vom Ausgang der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hängt die Zukunft der deutschen Atomkraftwerke ab. Kassiert Jürgen Rüttgers (CDU) eine Niederlage bei den Wahlen in NRW, gäbe es im Bundesrat keine Mehrheit mehr für eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten.

Auf die Gefahren einer möglichen Laufzeitverlängerung machten mehr als 90 Greenpeace-Aktivisten aus Nordrhein-Westfalen mit Protestaktionen in der Düsseldorfer Innenstadt aufmerksam.

In Nordrhein-Westfalen hat RWE seinen Sitz, das aggressivste Atomstrom-Unternehmen der Bundesrepublik. RWE betreibt in Deutschland die Atomkraftwerke Biblis, Emsland und Gundremmingen. Biblis A ist das älteste AKW in Deutschland und gleichzeitig eines der störanfälligsten. Darüber hinaus zählen Biblis A und Biblis B zu den durch Terrorangriffe verwundbarsten deutschen Meilern. Dem Aufprall eines Verkehrsflugzeugs selbst mit geringer Geschwindigkeit könnten sie nicht Stand halten.

Ein schwerer Reaktorunfall in Biblis hätte verheerende Folgen für die Bevölkerung: Die tödliche radioaktive Dosis käme über die Luft und würde auch in geschlossenen Räumen aufgenommen. Bei entsprechender Windrichtung wären auch die Bürger Nordrhein-Westfalens von einem Reaktorunfall in einem RWE-Kraftwerk betroffen. Greenpeace fordert die sofortige Abschaltung der sieben ältesten deutschen AKW und des Pannenmeilers Krümmel.

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